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Tipps im Februar:Das sind die Serien des Monats

Stills aus Tribes of Europa, Wir Kinder vom Bahnhof Zoo, In Therapie und Unfck the World

(Foto: Netflix, Joyn, ARTE, Amazon/Netflix; Joyn; ARTE; Amazon)

Im riesigen Serienprojekt "Tribes of Europa" ist Europa zerfallen. "Wir Kinder vom Bahnhof Zoo" ist zurück, und "In Therapie" blickt in die Seelen einer verwundeten Gesellschaft. Die Empfehlungen im Februar.

Von SZ-Autorinnen und Autoren

Tribes of Europa

Was passiert: Riesiges, ambitioniertes Serienprojekt aus Deutschland: Europa ist zerfallen, und sogenannte Tribes kämpfen um die Vorherrschaft. Mittendrin versuchen die Geschwister Liv, Elja und Kiano herauszufinden, was es mit einem geheimnisvollen Würfel-Artefakt auf sich hat, und dabei nach Möglichkeit nicht getötet zu werden.

Heimlicher Star: Die Welt, in der die Serie spielt, entwickelt einen irren Sog, und trotz kleiner Schwächen macht es großen Spaß, mit den Geschwistern die vielen Anspielungen und realen Bezüge zu entdecken. Auch sehr toll: Henriette Confurius als Liv.

Nicht geeignet für: Alle, die denken, deutsches Fernsehen braucht nicht mehr und nicht weniger als einen Mord und einen Kommissar. Nicolas Freund

6 Folgen, bei Netflix

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Fargo, Staffel vier

Was passiert: In Kansas City treffen Gangster-Banden aufeinander, die Iren machen die Juden fertig, die Italiener die Iren. Schließlich kommen die Schwarzen, geflohene Sklaven aus dem rassistischen Süden, die ihren Anteil am Geschäft haben wollen. Das kann nicht gutgehen, aber wie schlecht es geht, das ist die Spezialität, auch in der vierten Fargo-Staffel, in der wieder sehr viel gestorben wird. Allerdings in einem veränderten Setting, was der Serie guttut.

Heimlicher Star: Krankenschwester und Todesengel Oraetta Mayflower, gespielt von der fantastischen Jessie Buckley.

Nicht geeignet für: Fans der Coen-Brüder, die bei jeder Staffel mäkeln, der Original-Film sei aber besser gewesen. David Pfeifer

Bei Joyn, elf Folgen.

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Roadkill

Was passiert: Peter Laurence (Hugh Laurie) hat die Rolle des konservativen Populisten perfektioniert. Er bricht Regeln, kommt damit davon und feiert das Ganze dann mit seinen Wählern. Der Unterschied zu Donald Trump und Boris Johnson: Laurence macht auch aus dem Zweifel und dem Beinahe-Scheitern noch eine populistische Tugend. Dem Theater- und Filmautor David Hare ist mit der Serie das Porträt eines unheimlichen Politikertypus gelungen.

Heimlicher Star: Olivia Vinall als Beraterin der Premierministerin: Die eiskalt berechnende junge Frau ist noch eine Potenzierung von Laurence.

Nicht geeignet für: Alle, die einen Helden oder positive Charaktere brauchen. Beides gibt es hier nicht. Nicolas Freund

4 Folgen, bei Magenta TV

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Unfck the World

Was passiert: Zwei Berliner Gründer, die mit einem Start-up für nachhaltige Kondome und Periodenartikel reich geworden sind, wollen beweisen, dass sich Unternehmertum und Umweltaktivismus nicht ausschließen. Regisseur Finbarr Wilbrink begleitet die beiden bei ihrem Versuch, im Berliner Olympiastadion 90 000 Menschen zu versammeln, um in einem "Superbowl der Demokratie" über gesellschaftliche und umweltpolitische Fragen zu diskutieren.

Heimlicher Star: Die Berliner Start-up-Szene, die in hippen Lofts zwischen teuren Macs verkehrt, mit Wörtern wie "skalieren" oder "launchen" um sich wirft und sich ständig selbst mit dem Smartphone filmt. Selten bekommt man so tiefe Einblicke in diese Welt.

Nicht geeignet für: Leute, die anderen nicht gerne beim Scheitern zusehen. Verena Mayer

Sechs Folgen, bei Joyn +

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In Therapie

Was passiert: In der Praxis eines Pariser Psychoanalytikers spielen sich die Wochen nach den Anschlägen vom Bataclan im November 2015 ab. Philippe Dayans Patienten sind von der Wucht der Weltereignisse und der in ihrem Privatleben überwältigt. Dem Therapeuten selbst geht es nicht anders. Ein mitreißender, leichtfüßiger Tauchgang in die Seelen einer verwundeten Gesellschaft.

Heimlicher Star: Das Therapie-Klischee schlechthin: die Couch. Dayans ist rot, samtig und macht alles mit.

Nicht geeignet für: Alle, die von Psychotherapie nichts wissen wollen. Wobei, dann mit der Serie vielleicht die Konfrontationstherapie wagen? Aurelie von Blazekovic

Bei Arte, 35 Folgen.

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Wir Kinder vom Bahnhof Zoo

Was passiert: Die eigentlich schüchterne Berliner Teenagerin Christiane F. und ihre Freunde entdecken, dass sie in einer gemeinen Welt unbesiegbare Helden sind. "Wir haben das schönste Leben der Welt", das sagen sie auch noch, als das Heroin sie zu Prostituierten und Hinterbliebenen von toten Gefährten macht.

Heimlicher Star: Die Musik von David Bowie.

Nicht geeignet für: Zuschauer mit Spritzen-Phobie. Claudia Tieschky

Bei Amazon Prime, acht Folgen

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Tod von Freunden

Was passiert: Auf einer Insel in der Flensburger Förde haben sich zwei befreundete Familien - vier Erwachsene, vier Kinder - ein weltabgelegenes Refugium gebaut. Bei einem Segelausflug geht der Teenager Kjell von Bord. Nacheinander aus Sicht jedes Einzelnen demontiert die Serie von Friedemann Fromm die Idylle.

Heimlicher Star: MOB, das Mensch-über-Bord-Manöver. Zeit, es mal wieder zu üben!

Nicht geeignet für: Leute, die nicht so wahnsinnig gern von ihrer Mama umarmt werden. Claudia Tieschky

ZDF-Mediathek, sieben Folgen

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Der Aufstieg der Murdoch-Dynastie

Was passiert: Die dreiteilige Doku schildert Einfluss und Macht von Rupert Murdoch - Zeitungen sind nur ein Teil davon. Der mittlerweile 89-jährige australische Medienunternehmer hat mit Fox nach Amerika expandiert, manche in der Doku mutmaßen, ohne Murdoch hätte Trump es nie zum US-Präsidenten geschafft. Und natürlich geht es auch darum, welches seiner Kinder die Nachfolge Murdochs antritt.

Heimlicher Star: Der bekannte Drehbuchautor Dennis Potter, der in einer Archivaufnahme von 1993 folgenden bezeichnenden Satz sagt: Es gebe niemanden, der "eine größere Verantwortung für die Verseuchung der ohnehin schon ziemlich verseuchten Presse" in Großbritannien trage. Nahezu prophetisch.

Nicht geeignet für: Eskapisten. Die müssen spätestens bei der immer größer werdenden Grafik des Murdoch-Imperiums aufwachen. Carolin Gasteiger

Arte-Mediathek, drei Teile

© SZ/cag
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