The Crown, 2. Staffel (Netflix)

Keine andere historische Serie schafft es so feinfühlig, private Familien- und öffentliche Weltgeschichte miteinander zu verweben wie "The Crown" - und die aktuelle zweite Staffel übertrifft die erste darin nochmal um mehrere Schleppen-Längen. Sie erzählt, was in Großbritannien und im Leben seiner Royals von Mitte der Fünfziger bis Mitte der Sechzigerjahre passiert, von der Suezkrise bis zum Profumo-Skandal. In einer Szene schließt Prinz Philip seiner Frau, der Königin von England, noch zärtlich den letzten offenen Haken an ihrem Ballkleid, dann öffnet sich die Flügeltür zum Saal, in dem die versammelten Botschafter warten. Und als Elizabeth hört, dass Jackie Kennedy nach einem Staatsbesuch im Palast über sie gelästert hat, spornt sie die Missachtung der glamourösen First Lady zu einem gewagten politischen Manöver in Afrika an. Peter Morgans teure, üppige, perfekt geschriebene Meisterwerk-Serie zeigt die britische Königsfamilie als echte Menschen, die aber zusätzlich zu allem, was das Menschsein an Schwierigkeiten so mit sich bringt (untreue Gatten, sterbende Eltern, empfindliche Kinder), auch noch die Reaktionen der Weltöffentlichkeit auf ihr Tun und Lassen mitbedenken müssen. "The Crown" ist eine Drehbuch-Serie, eine Ausstattungsserie, aber auch unbedingt eine wunderbare Schauspieler-Serie: Matt Smith und Claire Foy spielen das Ehepaar Windsor so unfassbar genau und subtil, dass es ein königliches Fest ist, ihnen dabei zuzusehen. Von Kathleen Hildebrand

Bild: dpa 21. Dezember 2017, 18:042017-12-21 18:04:56 © SZ.de/khil/ghe