Serien des Monats Juni:Ein Hoch auf New York

Lesezeit: 3 min

Eine lang erwartete Vatersuche, die erste muslimische Superheldin und eine moderne "Herr der Fliegen"-Variante in den Alpen: die Serien des Monats.

Von SZ-Autorinnen und -Autoren

Borgen - Macht und Ruhm

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(Foto: Mike Kollöffel/Mike Kollöffel/NETFLIX)

Was passiert: Nach neun Jahren Pause kehrt die dänische Kultserie mit einer neuen Staffel zurück. Hochleistungspolitikerin Birgitte Nyborg (Sidse Babett Knudsen) ist inzwischen nicht mehr Premier-, sondern Außenministerin. Sie hat mit den Wechseljahren zu kämpfen, ihrem Sohn, der jetzt als Klimaaktivist Mastschweine befreit, und einer jüngeren Vorgesetzten, die ihr in den sozialen Medien den Rang abläuft. Noch mehr zu schaffen macht Nyborg aber ein Ölfund in der Arktis. Die Grönländer wollen ihn für ihre Unabhängigkeit nutzen, Nyborg ist aus Klimaschutzgründen gegen eine Ölförderung. Zumindest, bis das ihre Position als Ministerin gefährdet.

Heimlicher Star: Nyborgs neuer Arktis-Botschafter (Mikkel Boe Følsgaard), der zwar alles von Polarforscher Knud Rasmussen gelesen hat, wegen Flugangst aber noch nie selbst auf arktischem Boden war.

Nicht geeignet für: Alle, die in Borgen bisher eine Hygge-Variante von House of Cards sahen. Birgitte Nyborg ist in dieser Staffel aggressiver, fieser, machtsüchtiger, kurzum: besser als je zuvor. Kathrin Müller-Lancé

Auf Netflix, acht Folgen.

Ms. Marvel

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(Foto: AP/Disney+ via AP)

Was passiert: Die 16-jährige Kamala Khan (Iman Vellani), Teenager mit pakistanischen Wurzeln, die in Jersey City lebt, träumt sich in die Welt der Superhelden davon. Ihr großes Vorbild: Captain Marvel. Als sie mit ihrem besten Freund eine Comic-Convention besucht, entdeckt sie eigene Kräfte und wird zu Ms. Marvel - der ersten muslimischen Superheldin der Welt. Nebenbei ist sie aber auch in der Pubertät, muss sich von Mitschülerinnen ärgern und von den traditionellen Eltern gängeln lassen. Das alles ist als knallbunte Tiktok-Transzendenz inszeniert und ein großer Spaß.

Heimlicher Star: Matthew "Matt" Lintz, der den besten Freund darstellt. Aber in Wahrheit ist an der Spielfreude von Iman Vellani kein Vorbeikommen.

Nicht geeignet für: Junge und alt gewordene Nerds, die Comics vor allem wegen harter Kerle und geschwollenem Bizeps mögen. David Pfeifer

Disney Plus, sechs Folgen.

How I Met Your Father

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(Foto: Patrick Wymore/Hulu/Patrick Wymore/Hulu)

Was passiert: Nach dem Mega-Erfolg How I Met Your Mother haben die Erfinder jahrelang am Nachfolger gearbeitet - nun ist es so weit: Eine Mutter (genial: Kim Cattrall aus Sex and the City) erzählt ihrem Sohn, wie sie damals, im Jahr 2022, dessen Vater kennengelernt hat. Also: Die New Yorkerin Sophie (Hilary Duff) erlebt ein selten wunderbares Date; eingefädelt über, es ist ja 2022, die Kennenlern-App Tinder. Doch muss der Angebetete noch am selben Abend nach Australien.

Heimlicher Star: Die Stadt New York und damit auch die Orte aus der Originalserie wie zum Beispiel die Bar, in der sich alle treffen - oder die Wohnung, die so berühmt ist wie die aus Friends. Und: ein Star aus How I Met Your Mother taucht auch auf.

Nicht geeignet für: Leute, die genug haben von seriellen Liebeserklärungen an New York. Jürgen Schmieder

Disney Plus, zehn Folgen.

Peaky Blinders

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(Foto: Matt Squire/NETFLIX/Matt Squire/NETFLIX)

Was passiert: In der finalen Staffel über den Gangsterclan aus Birmingham glaubt Familienoberhaupt Thomas Shelby (wie immer grandios: Cillian Murphy), seinen ultimativen Feind gefunden zu haben. Oder doch nicht? In düsterem Ambiente - von den Farben übers Wetter bis hin zu Ausstattung und famosem Soundtrack - sieht man ihm beim Leiden zu. Und eins steht fest: Erlösung gibt es nicht.

Heimlicher Star: Sophie Rundle brilliert als Tommys Schwester Ada Shelby und zeigt in einer Szene mit den Faschisten, dass sie tatsächlich, wie es heißt, "the smart one in the family" ist. Heißer Tipp für ein Spin-off.

Nicht geeignet für: Menschen, die Licht brauchen. Sie kriegen genau eine Szene, in der die Sonne scheint. Carolin Gasteiger

Netflix, sechs Folgen.

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(Foto: Luis Zeno Kuhn/WDR/Luis Zeno Kuhn/WDR)

Wild Republic

Was passiert: Die deutsche Miniserie ist eine moderne "Herr der Fliegen"-Variante in der Bergwelt. Jugendliche Kriminelle werden für ein Resozialisierungs-Experiment in die Alpen geschickt. Als der Bergführer ermordet im Lager liegt, fliehen sie panikartig in höhere Regionen, mit der Betreuerin als Geisel. Untergekommen in einer Höhle bilden sie eine Stammesgemeinschaft mit eigenen Gesetzen. Gleichzeitig wird unten im Tal nach ihnen gefahndet, von der lokalen Polizei und dem psychologischen Leiter des Experiments. In Rückblenden werden einzelne Protagonisten und ihre Straftaten näher beleuchtet. Ist unter ihnen ein Mörder, eine Mörderin? Eines darf verraten werden: Die jungen Schauspielerinnen und Schauspieler sind allesamt hervorragend.

Heimlicher Star: Die Dolomiten. Gedreht wurde im Hochpustertal, in der Bergwelt um die Drei Zinnen und den Pragser Wildsee. Spektakulär schön.

Nicht geeignet für: Hartgesottene Actionfreunde und die Extremisten des Genres. Das ist hier nicht Hollywood. Die Serie geht ihre eigenen Pfade, in einem ruhigeren Tempo. Christine Dössel

ARD- und Arte-Mediathek, acht Folgen.

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