"Scott & Huutsch" bei Disney Plus:Schlafende Hunde

"Scott & Huutsch" bei Disney Plus: Bleibt in der Familie: Nun ermittelt Scotty Turner (Josh Peck) mit Huutsch, der ihm von seinem Vater vermacht worden ist.

Bleibt in der Familie: Nun ermittelt Scotty Turner (Josh Peck) mit Huutsch, der ihm von seinem Vater vermacht worden ist.

(Foto: Disney+)

Disney+ lässt den Film "Scott & Huutsch" als Serie wiederaufleben.

Von Sofia Glasl

Tom Hanks ist tot. Zumindest in der Welt von Scott und Huutsch, jener Buddy-Komödie, in der er als piefiger Kleinstadtpolizist Scott Turner plötzlich den sabbernden Hund eines Mordopfers an der Backe hat - als einzigen Zeugen. Das war 1989, und der Film löste nach Hits wie Splash (1984) und Big (1989) auf dem Hanks-Erfolgsbarometer eine immerhin wohlwollende Reaktion aus. Fast forward ins Hier und Jetzt, also ins Zeitalter der Nostalgie: Turners Sohn Scotty ist ebenfalls Polizist geworden und ist ebenso erbost darüber, dass ein Hund namens Huutsch sich seines geordneten Lebens bemächtigt. Der Vater ist gerade gestorben und hat ihm das Tier vermacht - den zigsten Nachfolger des heldenhaften Mastiffs, der im Film an einer Schussverletzung starb.

Beide Originale sind also tot, und Disney hat den Film nun für das hauseigene Streamingportal als Serie wiederbelebt. Dafür holte man den Showrunner Matt Nix an Bord, der mit Burn Notice (2007-2013) eine der erfolgreichsten Meta-Krimiserien der vergangenen Jahre geschaffen hat. Meta ist Scott & Huutsch ebenfalls geworden, auch wenn die Serie sich im Kern an der Filmhandlung orientiert: In den einzelnen Episoden hilft der begabte Schnüffler Huutsch nun, Fälle zu lösen. Obendrein stellt sich heraus, dass der Vater möglicherweise keines natürlichen Todes gestorben ist, sondern eine Sonderermittlung ihm zum Verhängnis wurde. Auch hier ist Huutsch wieder der einzige Zeuge.

Ein Gespür für wilde Referenzen in das Krimigenre belebt die gleichförmigen Episoden

Hauptdarsteller Josh Peck hat in diesem Aufguss die vermutlich undankbarste Aufgabe. Tom Hanks' Timing, das seine Performance in eine Slapstick-Revue verwandelte, ist schwer zu imitieren und die bemühten Wortwitze helfen auch nicht sonderlich ("Waffe fallen lassen, oder Sie sind Hundefutter!"). Man kann ihm kaum einen Vorwurf daraus machen. Das Gespür des Showrunners Matt Nix für wilde Reverenzen an das Krimigenre jedoch belebt die gleichförmigen Episoden dann doch noch, wenn etwa Reginald VelJohnson seine Rolle als Hanks' Partner Dave Sutton in einer Gastrolle wiederaufnimmt. Dass er auch Bruce Willis' Kollege Al in Stirb Langsam war, denkt Nix hier klug mit: In derselben Folge muss Scotty in einem Hotel barfuß auf Verfolgungsjagd gehen und stolpert so kurz in dessen Fußstapfen. Möglicherweise hätte man bei Disney auf Nix' Erfahrung setzen und diese Meta-Ebene breiter ausrollen müssen. Zu schnell sind solche Verweise verflogen, als dass sie mehr als ein Schmunzeln hervorrufen könnten.

Scott & Huutsch, sechs Folgen, seit 21. Juli auf Disney+.

© SZ/freu/from
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