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Scheitern der "Financial Times Deutschland":Entlassene Mitarbeiter einigen sich mit Gruner+Jahr

Der Verlag Gruner + Jahr hat sich mit den Mitarbeitern der eingestellten "Financial Times Deutschland" auf ein Sozialpaket geeinigt. Sie sollen pro Jahr im Betrieb ein halbes Monatsgehalt Abfindung erhalten - und noch einmal so viel, wenn sie nicht gegen die Kündigung klagen.

Die Abwicklung der Financial Times Deutschland (FTD) ist abgeschlossen: Am Montag haben sich die ehemaligen Mitarbeiter der eingestellten Tageszeitung mit dem Verlag Gruner+Jahr (G+J) über Abfindungen und Sozialpläne geeinigt. Die Mitarbeiter sollen für jedes Jahr der Betriebszugehörigkeit ein halbes Monatsgehalt erhalten, teilte der Verlag mit.

Sollten sie auf eine Kündigungsschutzklage verzichten, käme einmalig noch ein weiteres halbes Gehalt pro Beschäftigungsjahr dazu. Darüber hinaus werde für zehn Monate eine Transfergesellschaft eingerichtet und ein Härtefallfonds über vier Millionen Euro aufgelegt.

Vor einer Woche hatten mehr als 60 ehemalige Redakteure Klage beim Hamburger Arbeitsgericht gegen ihre Kündigung eingereicht. G+J hatte bei seinen Wirtschaftsmedien im Spätherbst 2012 wegen roter Zahlen die Notbremse gezogen, die "FTD" erschien im Dezember zum letzten Mal.

Um bei den Abfindungsverhandlungen voranzukommen, sollte eine Einigungsstelle die Auseinandersetzungen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmervertretern schlichten. Darin sei die Vereinbarung jetzt auf dem Verhandlungsweg und ohne Schiedsspruch erreicht worden.

Der Sozialplan gilt für knapp 350 Beschäftigte, die bei den G+J-Wirtschaftsmedien angestellt waren. Davon haben nach Angaben eines Verlagssprechers bislang 78 eine neue Perspektive im Konzern oder bei den Magazinen Capital und Impulse gefunden, die an neue Besitzer abgegeben wurden.