Sacharow-PreisEuropäisches Parlament ehrt inhaftierte Journalisten

Andrzej Poczobut wurde im März 2021 verhaftet. Ihm wird der Aufruf zu Handlungen vorgeworfen, die darauf abzielen, die nationale Sicherheit zu gefährden.
Andrzej Poczobut wurde im März 2021 verhaftet. Ihm wird der Aufruf zu Handlungen vorgeworfen, die darauf abzielen, die nationale Sicherheit zu gefährden. (Foto: LEONID SHCHEGLOV/AFP)

Der Preis geht in diesem Jahr an den belarussischen Journalisten Andrzej Poczobut und die georgische Journalistin Msia Amaghlobeli. Beide befinden sich zurzeit im Gefängnis.

Den Sacharow-Menschenrechtspreis des Europaparlaments bekommen in diesem Jahr der inhaftierte belarussische Journalist Andrzej Poczobut und die inhaftierte georgische Journalistin Msia Amaghlobeli. Das teilte das Europäische Parlament am Mittwoch in Straßburg mit. „Beide sind Journalisten, die wegen falscher Beschuldigungen ins Gefängnis gesperrt wurden“, sagte Parlamentspräsidentin Roberta Metsola am Mittwoch im Parlament in Straßburg. Das Europaparlament stehe an ihrer Seite und fordere ihre Freilassung.

Poczobut ist Journalist, Essayist und Blogger aus der polnischen Minderheit in Belarus und Kritiker der Regierung von Alexander Lukaschenko. Poczobut gilt als Symbolfigur im Kampf für Freiheit und Demokratie in dem Land. Seit 2021 sitzt er in Haft, über seinen Gesundheitszustand ist nichts bekannt.

Msia Amaghlobeli vor Gericht in Georgien im Februar 2025.
Msia Amaghlobeli vor Gericht in Georgien im Februar 2025. (Foto: AP/AP)

Amaghlobeli sitzt seit Anfang des Jahres in Georgien im Gefängnis – wegen ihrer Teilnahme an regierungskritischen Demonstrationen. Sie sei die erste weibliche politische Gefangene in dem Land im Südkaukasus seit dessen Unabhängigkeit und damit zu einer Symbolfigur der prodemokratischen Bewegung geworden, hieß es.

Der nach dem sowjetischen Physiker und politischen Dissidenten Andrej Sacharow (1921-1989) benannte Preis wird seit 1988 jährlich an Personen und Organisationen verliehen, die sich für Menschenrechte und Grundfreiheiten einsetzen. Die Auszeichnung ist mit 50 000 Euro dotiert.

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