Krisenberichterstattung:Eine Stunde bis zum #Weltkrieg

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Krisenberichterstattung: Der Präsident der Ukraine, Wolodimir Selenskij, am Dienstagabend in den "Tagesthemen".

Der Präsident der Ukraine, Wolodimir Selenskij, am Dienstagabend in den "Tagesthemen".

(Foto: Screenshot: ARD)

Während ARD und ZDF nach dem Raketeneinschlag in Polen abwarten, geht auf Twitter die Angst um. Warum es wichtig ist, über das Nichtwissen zu sprechen.

Von Philipp Bovermann

Am Dienstagabend war mal wieder das, was Medienhäuser "eine Lage" nennen. Von etwa 18 Uhr an tauchten auf Twitter Berichte lokaler polnischer Medien auf und verbreiteten sich unter dem Hashtag #Polen: Eine Getreidetrocknungsanlage sei getroffen. Zwei Tote. Möglicherweise russische Raketen. Zeitgleich, weil in zahlreichen Tweets Worte wie "Bündnisfall" herumgereicht wurden, schoss einer Datenauswertung der SZ zufolge auch die Verbreitung des Hashtags #Nato in die Höhe. Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij sprach schon vor gesicherten Erkenntnissen früh am Abend davon, dass russische Raketen Polen getroffen hätten, also ein russischer Raketenangriff auf Nato-Gebiet stattgefunden habe. Das bedeute eine gravierende Eskalation der Lage: "Es besteht Handlungsbedarf."

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