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Rundfunk:Einsteigen, bitte

Patricia Schlesinger

Reformieren statt sparen will Patricia Schlesinger.

(Foto: Thorsten Klapsch/rbb)

Seit 100 Tagen ist die neue RBB-Intendantin Patricia Schlesinger im Amt. Was sie mit dem Programm des Hauptstadtsenders vorhat, ist erstaunlich radikal.

Es ist ein müdes Ritual geworden, bei neuen Chefs nach hundert Tagen Bilanz zu ziehen, weil meist zu wenig passiert. Bei Patricia Schlesinger lohnt sich das Hinschauen. Kurz vorm 100-Tage-Jubiläum stellte die Intendantin des Rundfunks Berlin-Brandenburg eine fulminante Reform für das RBB-Fernsehen vor, das bisher nur durch schwache Quoten auffällt.

"Wir müssen den Abend verändern", sagt sie. "Bisher liefen da viele Wiederholungen. Das muss aufhören." Es soll neue Informationssendungen geben, ein Verbrauchermagazin, das Investigative gestärkt werden: "Der RBB soll einen unverwechselbaren Charakter bekommen." Dafür werden Sendungen gestrichen und 1,7 Millionen Euro zusätzlich investiert.

"Das ist jetzt ein Reformprozess, der kein Sparprozess ist", sagt Schlesinger. Sie erlebe viele Mitarbeiter, die Lust haben mitzumachen. "Aber Menschen, die eine Sendung einstellen sollen, sind erst mal nicht fröhlich." Sie sagt über den Aufbruch: "Der Zug steht im Bahnhof, und die Menschen stehen am Bahnsteig und können entscheiden, ob sie einsteigen und ob sie im Führerhaus stehen oder als Passagier mitfahren wollen."