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Fernsehrechte an der Bundesliga:Ob Bundesligarechte oder Scholl: Die ARD schweigt

Fußball Euro EM 2016

ARD-Moderator Matthias Opdenhövel (li.) im Gespräch mit Fußballexperte Mehmet Scholl. Über die angeblichen Einkünfte Scholls und seines ZDF-Kollegen Oliver Kahn hatte es zuletzt Spekulationen gegeben; die Sender dementierten.

(Foto: WDR/Sachs)

Krampfhaft versucht der Sender, die Kosten zu verheimlichen. Dabei lassen sich die Zahlen kaum unter der Decke halten.

In den vergangenen Wochen ist wieder einmal viel geschwiegen worden. Seitdem die Deutsche Fußball Liga (DFL) die Fernsehrechte an der Bundesliga von der Saison 2017/18 an verkauft hat, sind die Verantwortlichen der ARD gewohnt wortkarg.

Sie, die regelmäßig und gerne von Transparenz sprechen, sie aber offenbar ungern mit Leben füllen, verraten die Ausgaben der ARD für die Bundesliga nicht und weisen durchgesickerte Zahlen als meilenweit von der Wahrheit entfernt zurück. Das funktioniert als Vernebelungstaktik ja schon dann, wenn der Frager seine Werte nicht bis in die zweite Nachkommastelle hinein korrekt referiert.

Die öffentlich-rechtlichen Sender begründen ihre strikte Verschwiegenheit damit, dass ihre Verhandlungsposition gewahrt bleiben müsse. Die werde bei zu viel Transparenz gefährdet, dann könnten Mitbewerber und Rechteverkäufer beim nächsten Mal mehr bieten oder mehr verlangen. Das hat der ARD-Programmdirektor Volker Herres erst vor einigen Tagen öffentlich betont.

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Die Deutsche Fußball Liga, die ihrerseits im Spiel der Rekordsummen natürlich ganz andere Interessen vertritt als die ARD, hat kürzlich im Handelsblatt durchschimmern lassen, dass bei ihr das Thema Geheimhaltung nicht ganz oben auf der Prioritätenliste stehe.

Das aber beeindruckt die Wortführer im Anstaltenverbund herzlich wenig. Die konkreten Zahlen sollen auch weiter unter Verschluss bleiben, nur im Sinne des Gebührenzahlers natürlich; das gleiche gilt natürlich auch für die Honorare prominenter Sportexperten. Über die angeblichen Einkünfte von Mehmet Scholl und Oliver Kahn hatte es zuletzt Spekulationen gegeben; die Sender dementierten - die tatsächlichen Zahlen nannten sie nicht.

Etwa 100 Rundfunkräten liegen die entscheidenden Zahlen vor

Nun verhält es sich aber in diesen Zeiten so, dass in einem vielarmigen Gebilde wie der ARD solch brisante Zahlen auf Dauer schwer geheim zu halten sind.

Aktuell liegen etwa rund 100 Gremienvertretern in den Rundfunkräten diverser Sender die entscheidenden Summen vor, die das Erste demnächst für Bundesligafußball ausgeben muss. Das ist nötig, weil die Rundfunkräte immer dann mitzuentscheiden haben, wenn sehr viel Geld ausgegeben wird.

Wer da allen Ernstes glaubt, etwas auf lange Sicht unter der Decke halten zu können, der holt bei einem Großbrand auch Löschwasser mit dem Einkaufsnetz herbei.