RTL-Show "Alle auf den Kleinen" mit Oliver Pocher Zwischen Pochers Niesen und Zietlows Zoten

Die schlechten Witze sind fast ausschließlich Sonja Zietlow vorbehalten. In eine glitzernde Ethno-Tunika gewandet, die aussieht wie aus dem Versandkatalog, darf sie sich schonmal für den Dschungel - wo sie sich augenscheinlich wohler fühlt als im stilisierten Boxring des RTL-Studios - warm moderieren. Mit Sätzen wie "Gegen drei zu verlieren mag ja noch okay sein, aber gegen eine Frau ..."

Wer wegen des "Pocher" im Titel der Sendung eingeschaltet hat, wird enttäuscht. Der nämlich spricht wenig und spaßt noch weniger. Nur ganz selten darf der Kandidat ätzen oder wenigstens (im Schwitzkasten des Profi-Wrestlers Demolition Davies) ein bisschen ächzen. Gags, die diesen Namen verdienen, gibt es höchstens eine Handvoll pro Stunde. Doch das Publikum ist gut konditioniert, es klatscht und grölt, selbst wenn der ach so liebenswerte Blondschopf nichts anderes tut als zu niesen. Zwischen Pochers Niesen und Zietlows Zoten ziehen sich die eineinhalb Stunden bis zur ersten Werbeunterbrechnung so sehr in die Länge, dass vor allen GfK-Quotenmess-Geräten, die dann noch registriert werden, die Fernbedienungsbediener eigentlich längst eingeschlafen sein müssten.

Etwas lebhafter sind da die #aadk-Diskussionen bei Twitter. Sauer stößt vielen Zuschauern die winzige Ähnlichkeit zur Prosieben-Erfolgsshow "Schlag den Raab" (#sdr) auf. "Hat was von Schlag den Raab in der Totensonntags-Version", kommentiert etwa @DonSchulze. Noch bevor Zietlow ihre rhetorische Frage: "Sie fragen sich sicherlich, woher die Ideen für all die tollen Spiele stammen" stellen kann, ist in dem sozialen Netzwerk die Antwort längst gefunden: "Die Spiele, die bei #sdr abgelehnt wurden, gibt's heute bei #aadk", twittert @molossus23. "Die #sdr Spiele die @ProSieben zu doof waren hamse bei ebay vertickt. RTL hat auf sofortkauf geklickt", meint @brummipilot.

Pocher in einem Dickdarm aus Stoff

Als dann auch noch Max Giermann ins Studio kommt, "Deutschlands bester Imitator", wie Zietlow sagt, wird es wirklich absurd. Das Körper-Karaoke des Komikers ist das zehnte Spiel des Abends. Und das unterhaltsamste. Berühmt wurde Giermann als Alter Ego nicht von Pocher, sondern, genau: von Stefan Raab. Und so sorgt ein Raab-Double für die lustigsten sieben Minuten des Abends.

Am Ende steht der Mediziner Knut Höhler um Mitternacht mit dem Preisgeld in der Tasche schon im Flitterregen, während Oliver Pocher noch in einem Dickdarm aus Stoff steckt. Das passt zwar zum Titel der Sendung. Doch so richtig interessiert das auch nicht mehr. Vielleicht sollte sich Pocher tatsächlich noch einmal mit der Kandidatin aus Leipzig unterhalten.