Reporterpreis 2021:*innen-Perspektive

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Reporterpreis 2021: Gemeinsam mit der "Zeit" wurde die SZ auch in der Kategorie "Investigation" ausgezeichnet - für das Pegasus-Projekt, das in dieser Aufmachung publiziert wurde.

Gemeinsam mit der "Zeit" wurde die SZ auch in der Kategorie "Investigation" ausgezeichnet - für das Pegasus-Projekt, das in dieser Aufmachung publiziert wurde.

Bei der Verleihung des Deutschen Reporterpreises wurden besondere journalistische Leistungen des Jahres gewürdigt.

Von Aurelie von Blazekovic

Journalistenpreisverleihungen stehen nicht unter dem Verdacht, hübsch bescheidene Veranstaltungen zu sein. Das gilt natürlich für alle Veranstaltungen, auf denen eine Branche sich selbst feiert, seien es die Oscars oder der Zukunftspreis der Immobilienwirtschaft. Beim Deutschen Reporterpreis gibt es die Besonderheit, dass er ein Preis ist, der sich beweisen muss. Beweisen, seit das Reporterforum, das sich seit diesem Jahr offiziell "Reporter:innenforum" nennt, vier Mal seinen Preis an Claas Relotius verliehen hatte und damit zum großen Bejubler des Reporters geworden war, der viele seiner Geschichten fälschte.

Drei Jahre ist es inzwischen her, dass Relotius zum letzten Mal in der Königsdisziplin "Beste Reportage" geehrt wurde und nur wenige Wochen später aufflog. Das Beben, das der Skandal beim Spiegel nicht nur unter Journalisten, sondern auch beim Publikum auslöste, zwang auch den Reporterpreis zu einer Veränderung. Seither werden die nominierten Reportagen stichprobenartig von eigenen Dokumentaren überprüft, die Gewinnerreportagen vollständig.

Am Montagabend wurde der Preis zum zweiten Mal unter pandemischen Bedingungen verliehen. Moderatorin Andrea Thilo führte von einer Altbauwohnung aus durch die zwölf Preiskategorien. Die Laudatoren überreichten den ausgezeichneten Reporterinnen und Reportern die Ehrung in vorab aufgezeichneten Videos.

Thorsten Schmitz gewinnt mit einer Sportreportage über die paralympische Schwimmerin Gina Böttcher

Den Preis für die beste Reportage gewann Nicola Meier für "Der Untergang", die Geschichte eines Bootsunglücks vor der griechischen Mittelmeerküste im SZ-Magazin. Gemeinsam mit der Zeit wurde die SZ auch in der Kategorie Investigation ausgezeichnet, für das Pegasus-Projekt, eine internationale Recherche zu Überwachungssoftware. Für "Ins kalte Wasser", eine Sportreportage über die paralympische Schwimmerin Gina Böttcher in der SZ, wurde Thorsten Schmitz ausgezeichnet. Weitere Preise erhielten etwa der Podcast "Cui Bono: WTF happend to Ken Jebsen?", der Tagesspiegel und die Sächsische Zeitung. Ein Sonderpreis ging an Marina Zolotova, die inhaftierte Chefredakteurin des belarussischen Portals Tut.by.

"Längst ist dieser Preis ein Ansporn," erklärte Ariel Hauptmeier aus dem Vorstand des "Reporter:innenforums" bei der Verleihung, "tiefer zu graben, gründlicher nachzudenken, die Themen des Jahres zu durchdringen, neue Geschichten zu entdecken und sie auf ungewöhnliche Weise zu erzählen."

Und weil Preise natürlich nie aus reiner Großzügigkeit vergeben werden, sondern auch den Preis als Institution darstellen müssen, gilt, was Moderatorin Andrea Thilo in dem Preisverleihungsvideo sagte: Man habe "alles gegeben, damit der Reporter:innenpreis auch in diesem Jahr vor allem eins ist: relevant".

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