Journalistenpreis:Pegasus-Recherche der SZ gewinnt Reporterinnenpreis

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Journalistenpreis: Gemeinsam mit der "Zeit" wurde die SZ auch in der Kategorie "Investigation" ausgezeichnet - für das Pegasus-Projekt, das in dieser Aufmachung publiziert wurde.

Gemeinsam mit der "Zeit" wurde die SZ auch in der Kategorie "Investigation" ausgezeichnet - für das Pegasus-Projekt, das in dieser Aufmachung publiziert wurde.

Ausgezeichnet wurde auch "Über Bord" als beste Reportage und "Ins kalte Wasser" in der Kategorie Sportreportage.

Von Aurelie von Blazekovic, München

Die Süddeutsche Zeitung ist am Montagabend mit drei Deutschen Reporterpreisen ausgezeichnet worden. In der Kategorie Investigation gewann das Pegasus-Projekt, eine internationale Recherche zu Überwachungssoftware, an dem Journalistinnen und Journalisten der SZ, NDR und WDR sowie der Zeit maßgeblich beteiligt waren. Verhandelt werde in der Recherche "eines der großen Probleme dieser Zeit: Die Macht des Staates im digitalen Zeitalter", hieß es zur Begründung.

Bei der digitalen Gala wurden Preise in zwölf Kategorien verliehen, darunter Essay, Interview, Podcast und die beste Reportage. Moderatorin Andrea Thilo führte in der unter pandemischen Bedingungen inszenierten Verleihung aus einer Altbauwohnung durch die Kategorien. Die Laudatoren überreichten den ausgezeichneten Reporterinnen und Reportern die Ehrung in vorab aufgezeichneten Videos.

Für "Ins kalte Wasser", eine Sportreportage über die paralympische Schwimmerin Gina Böttcher in der SZ, wurde Thorsten Schmitz ausgezeichnet. Den Preis für die beste Reportage des Jahres gewann Nicola Meier für den Text "Der Untergang", die Geschichte eines Bootsunglücks vor der griechischen Mittelmeerküste im SZ-Magazin.

Einen Sonderpreis erhielt die belarussische Journalistin Marina Zolotova für "Journalismus in einem Land, in dem jede veröffentliche Zeile gefährlich werden kann", so Moderatorin Andrea Thilo. Zolotova ist Chefredakteurin des Portals tut.by und seit Mai 2021 inhaftiert, als eine von hunderten politischen Gefangenen in Belarus. Ihr drohen bis zu 15 Jahre Gefängnis. An ihrer Stelle nahm ihre Kollegin Alexandra Pushkina den Preis entgegen, die mittlerweile im Ausland arbeitet. In den vergangenen beiden Jahren sei die Pressefreiheit in Belarus zerstört worden, erklärte Pushkina, als größtes unabhängiges Medienunternehmen im Land habe man bis zum Ende gekämpft: "We fought until the total defeat."

Ausgezeichnet wurde auch der Podcast Cui Bono: WTF happend to Ken Jebsen? über die Wandlung des Radiomoderators zum einflussreichen Verschwörungsanhänger. Der Journalist Khesrau Behroz und Tobias Bauckhage von der Produktionsfirma Studio Bummens nahmen den Preis entgegen. In der Kategorie Multimedia gewann ein 3D-Modell des Berliner Flughafens BER vom Tagesspiegel. Weitere Preise gingen an die Sächsische Zeitung und das Zeit Magazin.

Der Deutsche Reporterpreis wird seit 2009 von dem Netzwerk Reporter-Forum verliehen, das sich seit März 2021 Reporter:innenforum nennt. Seitdem heißt auch der Preis offiziell Reporter:innenpreis. In diesem Jahr seien 850 Texte eingereicht worden. Aus ihnen wählte eine Jury aus, der in diesem Jahr etwa die Autorin Samira El Ouassil, der Journalist Felix Dachsel und der Mit-Vergnügen-Gründer Matze Hielscher angehörten.

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