Reality-Game-Show:Fallende Helden

Reality-Game-Show: Wenn Pro-Sieben-Gladiatoren (hier Mario Galla) nicht kämpfen, wohnen sie im Container.

Wenn Pro-Sieben-Gladiatoren (hier Mario Galla) nicht kämpfen, wohnen sie im Container.

(Foto: Richard Hübner/ProSieben)

Trend zum Körpereinsatz: "Global Gladiators" bei Pro Sieben ist die neueste Variante eines sehr erfolgreichen Genres. Darin geht es um Herausforderungen, die das virtuelle Leben nicht bietet. Zum Beispiel aus einem Helikopter springen.

Von David Denk

Wenn man der einstigen TV-Nachwuchshoffnung Oliver Pocher einen Absturz nachsagen möchte - im neuen Pro-Sieben-Format Global Gladiators liefert er die passenden Bilder dazu: Gleich im ersten Spiel der Auftaktsendung am Donnerstagabend muss Pocher als menschlicher Darts-Pfeil aus einem Helikopter springen, zusammen mit einigen anderen Promis, die man dem Titel zufolge bei Pro Sieben offenbar für hauseigene Arenakämpfer hält, darunter Sänger Pietro Lombardi, Fußball-Weltmeisterin Nadine Angerer und Ehefrau Lilly Becker. Von der wildromantischen namibischen Kulisse haben die Zuschauer wohl mehr als sie.

Es braucht wahrscheinlich etwas in dieser Art, um sich in einer zunehmend virtuellen Welt noch als leibhaftiger Held fühlen zu können. Als Substitut offeriert Hollywood Myriaden von Marvel-Comic-Verfilmungen und das Fernsehen simulierte Abenteuer-Wettbewerbe wie Ninja Warrior (RTL), Ultimate Beastmaster (Netflix) und nun eben Global Gladiators. Wem das Leben nicht Herausforderung genug ist, der sehnt sich nach der synthetischen "Challenge". Gameshows, zumal solche mit vollem Körpereinsatz, funktionieren derzeit so gut, dass ProSieben für den Sommer die Gameshow-Konferenz angekündigt hat, in der Ausschnitte aus Formaten wie Teamwork, Das ProSieben Länderspiel, Mein bester Feind und Ran an den Mann recycelt werden sollen - am Samstagabend, in der Primetime.

Global Gladiators heißt im Sendersprech übrigens "Reality-Game-Show", weil die acht Promi-Kandidaten nicht nur in zwei Teams gegeneinander antreten, sondern auf ihrer Namibia-Expedition auch auf engstem Raum in einem umgebauten 24 Quadratmeter kleinen Fracht-Container zusammenleben, auf Schritt und Tritt beobachtet von 26 Kameras. Vor ProSieben ist eben kein TV-Trend der vergangenen 20 Jahre sicher.

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