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Nach Rassismusvorwürfen:BBC nimmt Folge von "Fawlty Towers" aus dem Programm

Fawlty Towers: John Cleese in der Folge "The Germans"

John Cleese in der "Fawlty Towers"-Folge "The Germans".

(Foto: BBC)

"The Germans" enthalte rassistische Beleidigungen. John Cleese, einer der Darsteller, kritisiert die Entscheidung.

Der britische Streaming-Anbieter UKTV hat eine Folge der Comedy- Serie Fawlty Towers aus dem Programm genommen. "The Germans", berühmt unter anderem für eine Szene, in der John Cleese als Basil Fawlty im Stechschritt um ein Hotel marschiert und den Satz "Don't mention the war" skandiert, enthalte rassistische Beleidigungen, schrieb der Sender auf Twitter. Man nehme die Episode deshalb aus dem Programm, um sie zu prüfen. Man wolle sich Zeit nehmen, alle Optionen zu berücksichtigen, heißt es dort weiter.

Was genau den Anstoß zu dem Schritt gegeben hat, ist noch unklar. Ein Sprecher von UKTV, Teil der BBC-Familie, sagte zunächst, man wolle keine Details kommentieren. Wahrscheinlich ist jedoch, dass es um ein Gespräch zwischen Basil Fawlty und dem latent senilen Hotelgast Major Gowen (Ballard Berkeley) geht. Gowen benutzt während der Unterhaltung eine Reihe von rassistischen Ausdrücken, während er eine Anekdote um das West Indies Cricket Team erzählt - eine Mannschaft, die sich aus Spielern mehrerer Nationen zusammensetzt.

John Cleese bezeichnet Verantwortliche als "dumm"

Der jüngste Schritt steht in einer Reihe ähnlicher Vorgänge. Das amerikanische Streaming-Portal HBO Max hatte den Filmklassiker "Vom Winde verweht" vorläufig aus dem Programm genommen (der Film fand sich kurz darauf in den Amazon-Charts wieder). Später kündigte man an, den Film von 1939 nur noch mit Erklärungen zu dessen rassistischen Vorurteilen und der problematischen Darstellung von Sklaverei zu zeigen. "Er wird mit einer Erläuterung seines historischen Kontexts und einer Distanzierung von den rassistischen Darstellungen ins Programm wiederaufgenommen werden", hieß es in einem Statement vom Dienstag.

Ebenfalls diese Woche entfernte die BBC die Comedy-Serie Little Britain - produziert in den Jahren 2003 bis 2006 - aus ihrer Mediathek. "Die Zeiten haben sich geändert", hieß es zur Begründung. Die Parodie der Komiker David Walliams und Matt Lucas war im Zuge der Proteste gegen den gewaltsamen Tod des Afroamerikaners George Floyd erneut in die Kritik geraten, weil die Darsteller auch schwarze und asiatische Charaktere mimten. In Deutschland wurde die Serie in der Synchronisation von Oliver Kalkofe und Oliver Welke ausgestrahlt. Auch die Streamingdienste Netflix und BritBox entfernten die Sketche aus ihrem Angebot im Vereinigten Königreich.

John Cleese, einstiges Mitglied der Comedy-Gruppe Monty Python, zeigte sich schwer verärgert über die UKTV-Entscheidung, The Germans zu entfernen. Wer nicht sehe, dass Rassismus dort kritisiert und nicht befürwortet werde, sei schlicht "dumm". Zu den Dingen, die er in den vergangenen 180 Jahren gelernt habe, gehöre, dass Menschen sehr unterschiedlichen Humor hätten, so der Schauspieler weiter. Einige würden verstehen, dass man sich über einen Menschen lächerlich mache, dem man Unfug in den Mund legt.

In Großbritannien ist die Debatte um Inklusion und Diversität im Fernsehen um einiges institutionalisierter als etwa in Deutschland. So soll dort seit einigen Jahren die Initiative "Diamond" (Diversity Analysis Monitoring Data) von BBC, Channel 4, ITV, Sky und auch Produktionsfirmen in Serien und Filmen ein realistischeres Gesellschaftsabbild gewährleisten, also zum Beispiel mehr lesbische oder schwarze Charaktere statt nur weißer Heterofiguren.

© SZ/biaz/dpa
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