Hörfunktipps:Was läuft im Radio?

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Hörfunktipps: Anna (Altine Emini) würde gerne fremdgehen, mit einem Mann, der ebenfalls verheiratet ist. Doch sie muss das Date platzen lassen.

Anna (Altine Emini) würde gerne fremdgehen, mit einem Mann, der ebenfalls verheiratet ist. Doch sie muss das Date platzen lassen.

(Foto: Annika Weertz/HR)

Bestseller, Straßenfeger und sexuelle Leidenschaft: Am verlängerten Wochenende lädt das Kulturradio seine Hörer auf eskapistische Ausflüge ein.

Von Stefan Fischer

10 Atemzüge

Hörspiel-Serie, HR 2, Sonntag, 22 Uhr

So viel gestöhnt, gekeucht und gequiekt vor sexueller Lust wird selten im öffentlich-rechtlichen Radio. Simone Buchholz, Mareike Fallwickl, Berit Glanz und Karen Köhler haben die Hörspielserie in zehn jeweils halbstündigen Folgen geschrieben, Silke Hildebrandt hat sie inszeniert. Im Zentrum stehen vier Frauen, die in verschiedenen Etagen eines Stadthauses leben und alle auf die eine oder andere Weise miteinander zu tun haben. Sie sind unterschiedlich alt, ihr Beziehungsstatus unterscheidet sich. Gemeinsam ist ihnen ihr Begehren, das sie freudig ausleben. Was zur Befriedigung genauso führt wie zu Komplikationen. 10 Atemzüge spielt diverse Personenkonstellationen im Haus durch, im Finale steigt eine Party. Stets ist der Sex Katalysator für Geschichten über Fragen des Lebens, die hier ganz leicht erzählt werden.

Kein Mucks!

Krimi, Bremen Zwei, Sonntag, 18 Uhr

Der Krimi-Podcast, den Radio Bremen auch in seinem linearen Programm ausstrahlt, ist eines der beliebtesten Angebote der ARD-Audiothek. Bastian Pastewka wählt dafür historische Kriminalhörspiele aus dem Archiv von Radio Bremen aus, die er ausführlich einleitet, mit einer großen Leidenschaft nicht nur für die Geschichten, sondern auch für die Menschen, die diese Hörspiele erschaffen haben - die Regisseure, die Schauspielerinnen, die Autoren, die Komponisten. Nun startet die vierte Staffel von Kein Mucks! mit 40 neuen Folgen, und zum ersten Mal wird Pastewka Radiokrimis aus den Fünfziger- und Sechzigerjahren von allen ARD-Landesrundfunkanstalten sowie dem Deutschlandradio vorstellen. Zum Start gibt es den Dreiteiler Feuer für eine Zigarette von Karl Richard Tschon zu hören, eine WDR-Produktion von 1966, die in London spielt.

Fluxus 60 - Die Wiege steht in Wiesbaden

Klangkunst, HR 2, Samstag, 23 Uhr

Vor 60 Jahren haben an den ersten vier September-Wochenenden die Internationalen Festspiele Neuester Musik in der hessischen Landeshauptstadt stattgefunden. Kuratiert wurden sie von George Maciunas, der den Begriff des Fluxus geprägt hat und angesehen ist als der entscheidende Begründer und Organisator dieser Kunstbewegung. Die hatte sich zum Ziel gesetzt, die Grenzen zwischen Kunst und Gesellschaft zu beseitigen und Kunstschaffen ebenso wie Kunstgenuss zu enthierarchisieren und umfassend zugänglich zu machen. In vier Folgen, jeweils samstags, 23 Uhr, blickt Stefan Fricke zurück auf jene Wiesbadener Fluxus-Pläne und -Wirklichkeiten einer "very new music" aus dem Spätsommer 1962, die etablierte Künstler wie John Cage und Karlheinz Stockhausen hinter sich lassen wollte.

Die Geschichte der getrennten Wege

Literatur-Hörspiel, Bayern 2, Sonntag, 15.05 Uhr

Der Bayerische Rundfunk setzt seine Hörspiel-Adaption der Neapolitanischen Saga Elena Ferrantes fort. Die dritte Staffel behandelt in vier Episoden die Geschehnisse des dritten Bandes. Die finale Staffel Die Geschichte des verlorenen Kindes folgt dann nahtlos von Ende Oktober an wiederum auf dem Sonntags-Sendeplatz. Erneut hat Martin Heindel Regie geführt und erzählt mit großer Leidenschaft für Alltagsgeräusche und die Emotionalität der Figuren vom Schicksal einer ganzen Reihe Menschen, die miteinander in einem einfachen Viertel Neapels aufgewachsen sind. Aus den Teenagern der ersten Bände sind inzwischen junge Frauen geworden, deren Lebenspläne nun mit der Realität konfrontiert werden. Die Hörspielserie verdichtet die Saga, ohne durch sie hindurchzueilen.

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quoted. der medienpodcast

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