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Quote:Vollbremsung

Amazon gibt in einer Mitteilung über eine neue Autoshow damit an, Zuschauerrekorde zu brechen - verrät aber nicht, wie viele es genau waren.

Das klingt nach einem tollen Erfolg, den Amazon mit seiner neuen Autoshow The Grand Tour gelandet hat. Die Sendung mit Jeremy Clarkson breche "Zuschauerrekorde" und "erhält Zuspruch wie noch keine Show zuvor". Sie habe sogar "den bisherigen Spitzenreiter" überholt, eine Serie.

All diese Superlative stehen in einer am Montag verschickten Pressemitteilung - was leider nicht drin steht: wie viele Leute genau die Autos sehen wollten. Stattdessen: eine Formulierungs-Vollbremsung. "Millionen" Zuschauer hätten The Grand Tour bislang sehen wollen. Nicht zwei Millionen oder 180, nur "Millionen".

Streamingdienste wie Amazon behaupten gern, dass die Quote für sie nicht so ausschlaggebend sei. Schließlich müsse man keine Werbekunden gewinnen, und überhaupt sei die Freiheit von Quotenzwängen viel besser für die künstlerische Unabhängigkeit. Weil sie keine Zahlen nennen müssen, lassen sie es vorsichtshalber bleiben.

Ein Schweigegelübde, das sich gegen Amazon wendet: Wer sich mit Erfolgen brüsten will, sollte die Faktenbasis transparent machen. Sonst sind wie ein nicht gedeckter Scheck: völlig wertlos.