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Proteste in den USA:Pulitzer-Jury fordert Schutz für Journalisten

Jury des Pulitzer-Preises fordert, Rechte von Journalisten zu achten

Die Jury des renommierten Pulitzer-Preises hat angemahnt, bei den Protesten nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd die Rechte von Journalisten in den USA zu achten. "Es ist von entscheidender Bedeutung, dass Journalisten ihre im Rahmen des Ersten Verfassungszusatzes geschützte kritische Funktion sicher wahrnehmen können, um öffentliche Ereignisse in einer Zeit tiefer Spaltung und öffentlicher Spannungen zu dokumentieren", hieß es in einer Mitteilung, die am Montag veröffentlicht wurde.

Berichten zufolge waren mehrere Journalisten von der Polizei bedrängt und angegriffen worden, während sie über die Proteste berichteten. Pressevertreter seien von Ordnungshütern "absichtlich mit Gummigeschossen beschossen sowie mit Tränengas und Pfefferspray besprüht" worden, hieß es in einem am Sonntag veröffentlichten Bericht der Nichtregierungsorganisation Reporters Committee For The Freedom Of The Press. Auch der Sender CNN und die New York Times hatten über Schwierigkeiten ihrer Reporter mit Sicherheitskräften berichtet. Auslöser der anhaltenden Proteste ist der Tod des Afroamerikaners George Floyd nach einem brutalen Polizeieinsatz in Minneapolis im Bundesstaat Minnesota. Bereits am Freitagmorgen war dort ein CNN-Reporter festgenommen worden, während er live berichtete.

Außenminister Heiko Maas forderte eine konsequente Aufklärung von Gewalttaten gegen Journalisten bei den Massenprotesten. Demokratische Rechtsstaaten müssten beim Schutz der Pressefreiheit "allerhöchste Standards" an den Tag legen, sagte er am Dienstag in Berlin. Jede Gewaltausübung müsse konsequent verfolgt und aufgeklärt werden, damit Journalistinnen und Journalisten bei ihrer Arbeit effektiv geschützt würden.

Auch die Jury des Pulitzer-Preises forderte die Behörden auf, die Vorfälle im Zusammenhang mit Journalisten zu untersuchen und "die Verantwortlichen für jegliches Fehlverhalten zur Rechenschaft zu ziehen".

© SZ vom 03.06.2020 / dpa/EPD

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