Propaganda im Fernsehen:Russischer Baukasten

Lesezeit: 3 min

A girl launches a self-made paper plane outside the Dutch embassy as people gather to commemorate the victims of the Malaysia Airlines flight MH17 plane crash a year ago in Kiev

"Enorme strategische Niederlage" des Westens: Mädchen vor der niederländischen Botschaft in Kiew während einer Trauerfeier für die Opfer von MH17.

(Foto: Valentyn Ogirenko/Reuters)

Moskaus Weltsicht erreicht via TV auch Bürger anderer Länder. Die EU will jetzt mit einem eigenen Programm dagegenhalten. Und plagt sich mit Skrupeln.

Von Daniel Brössler

Es ist eine atemberaubende Reise um die Welt und sie dauert keine fünf Minuten. Dmitrij Kisseljow, Star des russischen Staatsfernsehens "Erster Kanal", führt seine Zuschauer erst einmal nach Amerika zum Konzern Facebook, der bestimmte Wörter sperre und so der Welt seine politische Korrektheit aufzwinge. Dann erscheint Barack Obama im Bild. Wenn schon, sagt Kisseljow, dann solle Facebook das Wort "exceptional" aus den Reden des US-Präsidenten über Amerika streichen. Das stamme nämlich aus dem Wörterbuch der Nazis, die auch ein Volk, die Deutschen, als besonders und auserwählt deklariert hätten. Im Bild erscheinen marschierende Nazis und Adolf Hitler. Das, erläutert der Moderator, habe zum Zweiten Weltkrieg geführt und dazu, dass Angela Merkel sich bis heute von den Amerikanern ausspionieren lassen müsse. Eine gewisse Kontrolle im Internet müsse aber sein, kommt Kisseljow zum Thema zurück. "Der Staat ist verpflichtet, seine Bürger zu schützen. Für Russland ist das besonders aktuell", erläutert er schließlich.

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