Promis protestieren Angriff auf alles

Bond-Darsteller Daniel Craig und 28 weitere Prominente warnen die Regierung vor Kürzungen: eine verminderte BBC bedeute ein vermindertes Großbritannien.

(Foto: Ben Stansall/AFP)

Die britische Regierung will die BBC grundlegend überprüfen. Die Leitfrage: Ist der Anstaltsriese in seiner Universalität noch zeitgemäß?

Von Christian Zaschke

So, wie sie ist, wird die British Broadcasting Corporation (BBC) nicht bleiben. Die britische Regierung hat am Donnerstag eine grundlegende Untersuchung der wohl berühmtesten Rundfunkanstalt der Welt angekündigt. Kulturminister John Whittingdale stellte die Pläne der Konservativen im Parlament vor. Hinterfragt werden sollen Größe und Zweck der BBC, zudem, wie sie finanziert und reguliert wird. Die Untersuchung soll spätestens im kommenden Jahr abgeschlossen werden, wenn die sogenannte "Royal Charter" ausläuft. In dieser sind die Rechte und Pflichten der BBC geregelt. Sie wird alle zehn Jahre im Zusammenspiel von Sender und Regierung modifiziert und erneuert.

Whittingdale führte aus, dass grundsätzlich geklärt werden müsse, ob die BBC zu groß geworden ist. "Eine wichtige Aufgabe wird sein, zu hinterfragen, ob die Idee der Universalität noch zeitgemäß ist", sagte Whittingdale: "Da es mittlerweile so viel Auswahl gibt, müssen wir darüber reden, ob die BBC weiterhin versuchen soll, alles für alle Zuschauer zu leisten." Der Minister ist der Ansicht, dass der Sender zum Beispiel darauf verzichten könne, "höchst kommerzielle" Tanz- und Talentshows zu produzieren, die ebenso gut in privaten Programmen laufen könnten.

Auch die Finanzierung wird geprüft. Bisher zahlt jeder Haushalt, in dem Fernsehen geschaut wird, eine jährliche Rundfunkgebühr von 145,50 Pfund, knapp 210 Euro. Whittingdale will prüfen lassen, ob die Gebühr mittelfristig durch ein Abonnementsmodell oder eine Haushaltsabgabe nach deutschem Vorbild ersetzt werden kann. Die Rundfunkgebühr sei "veraltet".

29 Prominente haben in einem offenen Brief an die Regierung vor weiteren Kürzungen gewarnt, darunter James-Bond-Darsteller Daniel Craig und die Autorin J. K. Rowling. Sie schreiben: "Eine verminderte BBC würde ein vermindertes Großbritannien bedeuten." Sie fordern "eine starke BBC im Zentrum des britischen Lebens". Der konservative Oberhaus-Abgeordnete Lord Norman Fowler warnte, die BBC sehe sich einem "beispiellosen Angriff" ausgesetzt.