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"Promi Big Brother" auf Sat.1:"Ja, sag mal, woher kann man Dich kennen?"

Nina Kristin, Promi Big Brother

Sie könnten diese Frau aus einschlägigen Männermagazinen kennen: Nina Kristin bei Promi Big Brother.

(Foto: Getty Images)

Der Fragebogen von Marcel Proust ist eine feuilletonistische Institution. Höchste Zeit, ihn von den "Promi-Big-Brother"-Kandidaten ausfüllen zu lassen.

Es ist ja nicht so, als wären Vergnügungen auf Basis von Sensationslust und Sadismus eine Erfindung des Medienzeitalters. Man denke an öffentliche Hinrichtungen. Oder, weniger blutig: den Brauch des "Questionnaire", den Ende des 19. Jahrhunderts die gehobene Gesellschaft pflegte. Dabei ging es darum, persönliche Fragen zu beantworten, die dann in illustrer Partyrunde präsentiert wurden. Der französische Autor Marcel Proust füllte zweimal in seinem Leben einen solchen Questionnaire aus. Der Fragenkatalog von damals wurde zur feuilletonistischen Institution: Die FAZ legte ihn lange Jahre bekannten Zeitgenossen vor, heute hat Zeit online eine Rubrik namens "Proust für Blogger".

Nun ist Promi Big Brother nichts anderes als ein auf die Spitze getriebenes Partyspiel: Zwölf Menschen ziehen vor der Spaßgesellschaft blank, im übertragenen und ganz praktischen Sinne. (Und manchmal ist es von dort bis zur öffentlichen Hinrichtung gar nicht mehr soweit, wobei bei der medialen Form natürlich kein Blut fließt - das wäre ja primitiv.) Tatsächlich lässt auch Sat.1 die Kandidaten vor dem Einzug Fragen beantworten, zum Beispiel: "24-Stunden-Kameraüberwachung. Macht Dir das zu schaffen oder nutzt Du es als Chance dein 'wahres Ich' zu zeigen?"

Aber warum sich mit Vorhersehbarem begnügen, wenn man so viel mehr von den Kandidaten erfahren kann? Wir haben hingehört, welch interessante Fragen die Promi-Big-Brother-Teilnehmer untereinander stellen - und geguckt, welche Erkenntnisse der Proust'sche Fragenkatalog bereit hält.

Die Kandidaten

Bevor es losgeht, noch kurz die wichtigsten Eckdaten. Sat.1 richtet die Show zum dritten Mal aus. Zwei Wochen lang wohnen zwölf Prominente unter Kamerabeobachtung zusammen in einem Haus. Wie schon im vergangenen Jahr gilt auch diesmal das Prinzip "Himmel und Hölle: Ein Teil der Kandidaten wohnt im Luxus, der andere in einem Kellerloch. Den Begriff "Promi" legt Sat.1 großzügig aus, es gilt die folgende Besetzung: Désirée Nick (Stichworte: Lispeln/Dschungelkönigin), Wilfried Gliem (ist einer der Wildecker Herzbuben), Nino de Angelo (früher "Jenseits von Eden", heute finanziell in der Bredouille), Nina Kristin (hat Brüste), Michael Ammer (Partyveranstalter), Anja Schüte (war mal der Trotzkopf, später dann die Frau von Roland Kaiser), JJ (spielt offenbar in einer Scripted-Reality-Sendung bei RTL 2), Menowin Fröhlich (zweimal Kandidat bei Deutschland sucht den Superstar, öfter in der Bild, weil böser Bube), Sarah Nowak (hat auch Brüste), Daniel Köllerer (laut Sat.1: "Tennis-Legende" aus Österreich), Judith Hildebrandt (mal überlegen ... Ah, Marienhof!), David Odonkor (Ex-Fußballer, über den Xavier Naidoo einst sang: "Ey yo, David Odonkor rennt blitzschnell zum Tor vor").

Letzte Anmerkungen: Kein Anspruch auf Vollständigkeit, die Zitate sind alle echt, der Kontext ist es nicht.

Wo möchten Sie leben? (Originalfrage an Marcel Proust)

"Sieht ja aus wie im Balkan-Puff! Wird sich der Ammer gleich zuhause fühlen." (Sagt Désirée Nick über ihr neues Zuhause, also das Big-Brother-Haus.)

Warum mach' ich bei Big Brother mit? (Fragt Nino de Angelo.)

"Ich brauch' die Knete, ehrlich gesagt." (Antwortet Nino de Angelo. Der Gewinner von Promi Big Brother bekommt 100 000 Euro, Gage nicht eingerechnet.)

Ja, sag mal, woher kann man Dich kennen? (Fragt Désirée Nick.)

"Ich war zweimal im Playboy und einmal in Penthouse." (Antwortet Nina Kristin. Wäre das also auch geklärt.)

Was ist für Sie das vollkommene irdische Glück? (Originalfrage)

"Ich erhoffe mir natürlich schon, dass es ein tolles Abenteuer wird. Wenn sich dadurch mein Bekanntheitsgrad ein bisschen steigert, habe ich auch nichts dagegen." (Sagt Sarah Nowak über ihre Teilnahmemotivation - sie dürfte aber für fast alle Kandidaten sprechen.)

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