Primetime Emmy Awards Abschied von Gandolfini

Ein weiterer Gewinner des Abends war "Breaking Bad" als bestes Drama. Bryan Cranston (nominiert für den Preis als bester Hauptdarsteller) und Aaron Paul (nominiert für den Preis als bester Nebendarsteller) unterlagen in ihren individuellen Kategorien zwar überraschend gegen Jeff Daniels ("The Newsroom") und Bobby Cannavale ("Boardwalk Empire"), doch wurde Anna Gunn als beste Nebendarstellerin ausgezeichnet. Und natürlich ist der Emmy für das beste Drama ein schönes Abschiedsgeschenk für die Serie, deren letzte Folge am kommenden Sonntag ausgestrahlt wird.

Als beste Comedyserie wurde zum vierten Mal in Folge "Modern Family" ausgezeichnet. Danach sah es zunächst nicht aus, weil alle nominierten Mitglieder des Ensembles (Julie Bowen, Ty Burrell, Sofia Vergara, Ed O'Neill und Jesse Tyler Ferguson) leer ausgegangen waren. Ausgezeichnet wurden statt dessen Jim Parsons ("The Big Bang Theory") und Julia Louis-Dreyfus ("Veep") als komischste Hauptdarsteller, die Preise für die Nebendarsteller gewannen überraschend Merritt Wever ("Nurse Jackie") und Tony Hale (Veep").

Weitere Gewinner in wichtigen Kategorien: David Fincher wurde als bester Regisseur eines Dramas ausgezeichnet - ansonsten ging die Netflix-Serie "House of Cards" leer aus. Claire Danes gewann erneut als beste Hauptdarstellerin ("Homeland") und Tina Fey bekam den achten Emmy ihrer Karriere, diesmal als Autorin der mittlerweile eingestellten Comedyserie "30 Rock".

Weil die einzelnen Auszeichnungen recht schnell über die Bühne gebracht wurden, bleib ein wenig Zeit, der verstorbenen Größen im Fernsehgeschäft zu gedenken - jeweils ein Kollege berichtete kurz über James Gandolfini ("The Sopranos"), Jean Stapleton ("All in the Familys") und Cory Monteith ("Glee"). Im Saal gab es kurz Diskussionen darüber, ob der Glee-Schauspieler diese Einzel-Honorierung verdiene, während etwa Larry Hagman nur als einer von vielen während des "in memoriam"-Requiems aufgezählt wurde.

Harris gibt den Ton vor

Fragwürdig waren dagegen zwei andere Einlagen: Carrie Underwood sang als Tribut an die Beatles - ihr Auftritt in der "Ed Sullivan Show" liegt 50 Jahre zurück - das Lied "Yesterday", das allerdings erst zwei Jahre nach diesem Auftritt auf den Markt kam. Und Elton Johns Tribut an Liberace startete genau in jenem Moment, in dem auf einem anderen Sender die vorletzte Folge von "Breaking Bad" begann.

Neue US-Serien

Von Vampiren, Aliens und Attentätern

Neil Patrick Harris durfte noch eine Musical-Nummer ("The Number in the Middle of the Show") zum Besten geben, zudem wirkte er bei der überaus unterhaltsamen Präsentation der besten Choreografien mit. Was Harris nicht tat: Er machte kaum Witze, er machte sich kaum über Kollegen lustig. Vielleicht kann auch das als Signal an Hollywood und seine gequält lustigen Zeremonien verstanden werden. Harris machte genau das, was er kann - und verzichtete auf den ganzen Rest.