Im Gegensatz zur Bild bleibt die FAZ ganz und gar sachlich, und rückt den Erfolg der Grünen im Titel nur an die dritte Stelle. Immerhin darf Wahlsieger Winfried Kretschmann von den Grünen auf dem Titelbild jubeln. Baden-Württembergs bisheriger Ministerpräsident Mappus ist dem Blatt zufolge vor allem deshalb so tief abgestürzt, weil sich sein Herzens-Projekt "Stuttgart 21" in eine "lahme Schindmähre" verwandelt hat und sein zweites Paradepferd, die Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke, in der Reaktorkatstrophe von Fukushima "verendet" ist. Seine Kehrtwende zu neuer Nachdenklichkeit war dann so abrupt, dass es auch begabtere Wendehälse aus der Kurve getragen hätte, kommentiert die Zeitung. Die Grünen profitieren der FAZ zufolge von ihrer Rolle als "hauptamtlicher Antiatompartei". Für die Bundesregierung konstatiert das Blatt, dass sie auf der Flucht vor dem Volkszorn so viel Ballast abgeworfen habe, dass ihre Abgeordneten sich selbst nicht wiedererkennen.

Bild: Screenshot 28. März 2011, 13:282011-03-28 13:28:54 © sueddeutsche.de/mcs/isch