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Presseschau: Japan-Krise:Blick in die Zukunft

Kommentare zur Katastrophe in Japan: Die Folgen für die Zukunft von Atommeilern in Europa, die 50 Arbeiter in Fukushima - und die Auswirkungen auf die Wirtschaft.

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ftd

Quelle: SZ

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Kommentare zur Katastrophe in Japan: Die Folgen für die Zukunft von Atommeilern in Europa, die 50 Arbeiter in Fukushima - und die Auswirkungen auf die Wirtschaft. Eine Presseschau.

In der FTD erklärt Wolfgang Münchau, warum die Atom und die Finanzkrise zusammenhängen: "Die gesamte Finanzkrisenpolitik verläuft ähnlich wie der verzweifelte Versuch des japanischen Energiekonzerns Tepco, mit Meerwasser die Brennstäbe unter Kontrolle zu halten. Man fummelt an den Symptomen, kann aber das eigentliche Problem nicht lösen. Solche Strategien fliegen am Ende auf. Wir stehen in unserer Finanzkrise vor einer ähnlichen Situation wie in Fukushima: vor einer Kernschmelze - mit dem Unterschied, dass sie im Finanzsystem deutlich langsamer abläuft."

spon

Quelle: SZ

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Presseschau: Japan-Krise:Spiegel.de

Auf dem Onlineportal des Nachrichtenmagazins Der Spiegel kommentiert Jakob Augstein unter der Überschrift "Das Märchen von den sieben Meilern" die Entscheidung von Bundeskanzlerin Angela Merkel, die Atomreaktoren in Deutschland als Reaktion auf die Ereignisse in Japan zumindest vorübergehend abzuschalten. Er bezeichnet Merkels Aussage - die Lage nach dem Moratorium werde eine andere sein als vor dem Moratorium - als hübschen Sophismus und erklärt: "Nein, Merkel ist keineswegs von den Gefahren der Atomkraft beeindruckt, sondern von der Gefahr des Machtverlusts. Die Wahl in Baden-Württemberg könnte für sie werden, was die Wahl in Nordrhein-Westfalen im Jahr 2005 für Gerhard Schröder war: Der Anfang vom Ende. Also muss Stuttgart gehalten werden, um jeden Preis, auch um den der eigenen Schlüssigkeit. Die Schnelligkeit, mit der sie (ab)geschaltet hat, ist atemberaubend."

faz

Quelle: SZ

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Presseschau: Japan-Krise:FAZ

Auf faz.net  gibt Jürgen Kaube eine Einschätzung über die "Wiederkehr des Verdrängten". Er prognostiziert, dass man nach der Katastrophe in Japan schneller zur Normalität zurückkehren wird, als derzeit vorstellbar scheint. Das habe auch die Finanzkrise gezeigt: "Als die Banken kollabierten, hieß es, wir seien an einem Abgrund historisch einmaliger Tiefe gestanden, doch inzwischen beherrsche man derartige Krisen besser als noch 1929. Kurz darauf allerdings schon war der Eindruck nicht von der Hand zu weisen, im Wesentlichen gehe alles den gleichen Gang wie zuvor."

bild

Quelle: SZ

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Presseschau: Japan-Krise:Bild

Franz Josef Wagner denkt in der Bild-Zeitung in seinem Brief "Liebe 50 Atom-Samurai" an die 50 Arbeiter, auf denen alle Hoffnung ruht. Er meint, an die Männer gerichtet, nach der Katastrophe werde "Hollywood Eure Geschichte verfilmen. Und sie wird auch noch in tausend Jahren überall erzählt werden."

le monde

Quelle: SZ

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Presseschau: Japan-Krise:Le Monde

Die Pariser Zeitung Le Monde kommentiert, wie sich die Ereignisse aus Tokio auf das eigene Verhältnis zur Atomkraft auswirkt; "Es war gestern nur noch ein böser Traum. Dennoch fürchteten alle Vertreter der 'Wiedergeburt' der Atomkraft in den 2000er Jahren einen schweren Unfall, der die Industrie in eine lange Winterstarre versetzen würde. Das Drama von Fukushima zwingt die französischen 'Atom-Experten', ebenfalls das Undenkbare zu denken".

nzz

Quelle: SZ

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Presseschau: Japan-Krise:NZZ

Die Neue Zürcher Zeitung beschäftigt sich mit relativ späten, doch vielbeachteten Ansprache des japanischen Kaisers an sein Volk: "Der Kaiser ist nach der japanischen Verfassung das Symbol der Einheit der Nation. Und Einheit hätte die Nation derzeit bitter nötig. Während der Kaiser Trost und Zuspruch verbreitet, geben Japans Politiker in schweren Zeiten kein gutes Bild ab." Weiter kritisiert die Zeitung, neben den Politikern würden auch die Betreiber durchwegs schlecht in der Öffentlichkeit kommunizieren.

© sueddeutsche.de/ddau
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