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Pressefreiheit:China weist Journalisten aus

Die Akkreditierung eines Reporters des "Wall Street Journal" wird nicht verlängert - offenbar wegen eines kritischen Berichtes.

China hat die Presseakkreditierung eines Reporters des US-amerikanischen Wall Street Journal nicht verlängert und den Journalisten damit indirekt des Landes verwiesen. Chun Han Wong, ursprünglich aus Singapur, hatte seit 2014 von Peking aus über chinesische Politik berichtet. Sein Visum lief am Freitag aus. Die chinesischen Behörden hätten eine Verlängerung verweigert, berichteten Medien unter Berufung auf die Zeitung. Ausländer dürfen ohne offizielle Akkreditierung nicht als Journalisten in China arbeiten.

Der Chefredakteur des Wall Street Journal, Matt Murray, nannte den Vorgang "enttäuschend" und sagte: "Unser Journalismus war fair und korrekt." Man werde weiter über China berichten. Informationen der Nachrichtenagentur Reuters zufolge hatten sich Beamte des Außenministeriums, das für die Akkreditierung ausländischer Reporter zuständig ist, unzufrieden über einen Artikel von Ende Juni geäußert. Wong berichtete darin zusammen mit einem Kollegen von Ermittlungen australischer Behörden wegen Aktivitäten eines Cousins von Chinas Präsident Xi Jinping. Sie sollen im Zusammenhang mit organisierter Kriminalität und Geldwäsche stehen.

Auf Fragen nach Wongs Fall antwortete das Außenministerium: "Wir lehnen böswillige, verleumderische Angriffe auf China durch einzelne ausländische Reporter entschlossen ab und heißen diese Art Journalist nicht willkommen."

Der Korrespondenten-Vereinigung "Foreign Correspondents' Club of China" zufolge ist Wong der sechste Journalist, der unter ähnlichen Umständen China verlassen muss. Die Vereinigung schreibt in einer Mitteilung, man sei "betrübt und verärgert" und verurteile aufs Schärfste, dass die Nicht-Verlängerung von Visa "als eine Form der Bestrafung" angewandt werde.