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Preis:"Lebendiger Radionerv"

Christian Wittmann und Georg Zeitblom bekommen für ihr kreatives Bauhaus-Stück "Audio. Space. Machine" den Hörspielpreis der Kriegsblinden.

Hörspielpreis für SWR-Koproduktion: "AUDIO.SPACE.MACHINE" von wittmann/zeitblom, Portrait von SWR: Christian Wittmann und Zeitblom

Christian Wittmann und Georg Zeitblom.

(Foto: Martin Walz/SWR)

Das Hörspiel "Audio. Space. Machine" von Christian Wittmann und Georg Zeitblom hat den Hörspielpreis der Kriegsblinden gewonnen. Die Produktion von Deutschlandfunk, NDR und SWR ist anlässlich des 100. Bauhaus-Geburtstags im vergangenen Jahr entstanden. Wittmann/zeitblom, wie sich die Autoren als Duo nennen, haben dazu ein Hörspiel entwickelt, das wie ein Konzeptalbum funktioniert. In 18 Tracks sucht darin der Bauhaus-Gründer Walter Gropius nach Inspiration für eine Festrede zum Jubiläum. Beharrlich, geradezu verbissen will er sich selbst und seinem Lebenswerk huldigen. Dafür trifft er Weggefährten, etwa Ludwig Mies van der Rohe, Lászlò Moholy-Nagy, Wassily Kandinsky, Oskar Schlemmer und Buckminster Fuller. Sie alle sind längst in Maschinen aufgegangen, in denen sie fortleben. "Audio. Space. Machine" übersetzt Architektur und Design in Ton, das Stück selbst ist die - kritische - Festrede auf das Bauhaus, auf das idealistische, utopische Denken der Bewegung, auf ihre Mythen und Manien.

Die Jury unter dem Vorsitz des Kulturwissenschaftlerin Gaby Hartel begründet die Preisvergabe damit, dass wittmann/zeitblom einen "lebendigen Radionerv getroffen" hätten: "Mit Humor und ohne in einer allwissenden Belehrungsperspektive zu erstarren, machen die Künstler konsequent erlebbar, wie viel der hochfliegenden Bauhauskonzeption im Heute zu finden ist - mithilfe von Musik, Geräuschen, von zwingenden Rhythmen und den Timbres der Stimmen."

Der Hörspielpreis der Kriegsblinden ist einer der drei großen Hörspielpreise hierzulande, getragen von der Film- und Medienstiftung NRW und dem Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband. Seine anachronistischen Namen verdankt er dem Umstand, dass der Preis 1950 vom Bund der Kriegsblinden erstmals ausgelobt worden ist. Ebenfalls nominiert waren "Das Ende von Iflingen" von Wolfram Lotz (SWR) und "Die Entgiftung eines Mannes" von Holger Böhme (MDR).

© sz/tyc

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