Podiumsdiskussion "Regiehörig"

Im Rahmen des Münchner Filmfestes haben die Initiatoren der Selbstverpflichtung "Kontrakt 18" mit TV-Redakteuren und Produzenten über Wertschätzung und Mitbestimmung von Drehbuchautoren diskutiert.

Von Runa Behr

"Unser Land ist regiehörig", sagt Produzent Oliver Berben, das Publikum applaudiert. Berben gilt als Autorenfreund, vor wenigen Monaten erst hat er mit Parfum-Autorin Eva Kranenburg einen dreijährigen Exklusivvertrag abgeschlossen. Branchenstandard ist das nicht. Zu Unrecht, findet Berben. Denn "wenn das Buch gut ist, kriegt das auch ein mittelmäßiger Regisseur hin. Umgekehrt wird es schwierig". Deshalb pochen viele Autoren auf mehr kreative Mitsprache, in der Selbstverpflichtung "Kontrakt 18" haben sie Forderungen formuliert. Veränderungsbedarf ist offenbar da, Redebedarf auch; deshalb haben sie am Mittwoch in München eine Podiumsdiskussion veranstaltet. "Anerkennung und Wertschätzung sind längst überfällig", befand SWR-Redakteur Manfred Hattendorf, "bei der Übertragung in eine juristische Form könnte es komplizierter werden". Berben hält die Metaebene für wichtiger, Verträge gebe es ja nur für den Fall, dass etwas schiefgehe. Es gelte, das Urvertrauen der Autoren wieder herzustellen, merkte Autorin Kristin Derfler an, zu oft würden sich Regisseure der Bücher bemächtigen. "Ein Drehbuch ist kein Vorschlag des Autors, es ist eine Ansage", sagte ihre Kollegin Annette Hess. Die zwei sind Mitinitiatorinnen von Kontrakt 18, 180 Kolleginnen und Kollegen haben sich angeschlossen, Tendenz steigend.