Doku über Olympia '72:So viel deutsches Versagen

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Doku über Olympia '72: Da war noch alles friedlich: die Eröffnungszeremonie der Olympischen Spiele in München 1972.

Da war noch alles friedlich: die Eröffnungszeremonie der Olympischen Spiele in München 1972.

(Foto: Sven Simon/ARD/rbb/IMAGO)

Die Doku "Tod und Spiele - München '72" lässt Opfer und Täter des Olympia-Attentats zu Wort kommen und zeigt frappierende Versäumnisse der Politik.

Von Holger Gertz

Natürlich ist es ein Scoop, dass Mohammed Safady in dieser Dokumentation zum ersten Mal öffentlich spricht über das, was er 1972 bei den Olympischen Spielen in München getan hat. Safady, einer von zwei noch lebenden palästinensischen Attentätern, wurde jahrelang für tot gehalten, dann gab es Geraune, er lebe noch, dann wurde er gefunden und jetzt befragt, für diesen Film. Da sitzt er also, Schiebermütze, Kettenrauchergesicht, und mit dem heiseren Klang des Desperados, der er ist, rekapituliert er, wie der Terroristen-Anführer Issa ihm verriet, was der Auftrag sein würde: "Wir gingen zum Fußballstadion, wo Marokko gegen Russland spielte. Auf dem Weg dahin sagt er, ohne hochzuschauen: Wir müssen heute Nacht das Gebäude rechts stürmen."

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