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Öffentlich-rechtlicher Rundfunk:Wissenslücken

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Das Grimme-Institut in Marl in Nordrhein-Westfalen, einer der Organisatoren des Beteiligungsprojekts #meinfernsehen21.

(Foto: Otto Werner/imago)

Befragung zur Mediennutzung: Viel Unklarheit über die Finanzierung der Öffentlich-Rechtlichen und Forderungen nach besseren Dokus sowie mehr Kultur im Unterhaltungsbereich.

Deutsche Fernsehzuschauer sind über das Finanzierungsmodell des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und die Funktion der Aufsichtsgremien oft nur unzureichend informiert. Das ist ein Zwischenergebnis des Beteiligungsprojekts #meinfernsehen21, das vom Grimme-Institut in Marl, der Bundeszentrale für politische Bildung und der Düsseldorfer Heinrich-Heine-Universität organisiert wird.

Mediennutzer konnten von November bis März auf einer Plattform über Angebot, Inhalt und Qualität des TV-Programms diskutieren. Dabei hätten sich Wissenslücken gezeigt, schreiben die am Projekt beteiligten Wissenschaftlerinnen Frauke Gerlach und Christiane Eilders in einem Beitrag für den Fachdienst epd medien. So seien auch die zentralen rechtlichen Rahmenbedingungen für ARD und ZDF und die Entscheidungskompetenz der Bundesländer nicht ausreichend bekannt. "Daraus resultieren Einschätzungen und Bewertungen, die dazu beitragen, dass der Eindruck entsteht, dass Sender und Politik interessengeleitet miteinander verwoben sind und eine Agenda verfolgen", halten Gerlach und Eilders fest. Kenntnisse über die Rechte von Produzenten und Kreativen seien häufig ebenfalls nicht ausgeprägt. Gerlach ist Direktorin des Grimme-Instituts, Eilders ist Professorin für Kommunikations- und Medienwissenschaft an der Heinrich-Heine-Universität. Die Teilnehmer seien sich weitgehend einig gewesen, dass das öffentlich-rechtliche Fernsehen reformbedürftig sei und bei allen Reformen die Zuschauer in die Entscheidungen eingebunden werden sollten.

Wie fundamental diese Reformen sein müssten, wurde laut Gerlach und Eilders unterschiedlich beurteilt. Zu den geäußerten Wünschen gehörte demnach, weniger leichte Unterhaltung und mehr Kultur im Unterhaltungsbereich zu senden. Gefordert wurden außerdem mehr hochwertige Dokumentationen zu attraktiveren Sendezeiten. Deutliche Kritik wurde an einer mangelhaften Diversität von Themen und Gästen in Talkshows geübt. Die letzte Projektphase wird derzeit ausgewertet. Insgesamt hatten sich in den ersten beiden Phasen 1014 Menschen auf der Plattform registriert. Davon haben 637 am Verfahren teilgenommen und insgesamt 2418 Beiträge geschrieben.

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