Süddeutsche Zeitung

"Nymphs" auf Sixx:Tod beim Höhepunkt

In "Nymphs" entwickelt eine junge Frau einen beachtlichen Männer-Verschleiß. Klingt trashig, könnte aber spannend werden.

Von Carolin Gasteiger

Beim Höhepunkt, schon nach wenigen Minuten, geht von der jungen Frau ein Strahlen aus, wie ein Heiligenschein. Richtig gelesen, beim sexuellen Höhepunkt. Tatsächlich ändert sich für Didi (Sara Soulié) alles, als sie zum ersten Mal mit einem Mann schläft. Der ist danach nämlich tot.

Das hat einen simplen Grund: Die 17-jährige Didi Tasson ist eine Nymphe und lebt als solche unter dem Einfluss des Vollmonds. Um zu überleben, muss sie jeden Monat mit einem Mann schlafen. Und der stirbt dann hinterher. All das muss Didi aber erst noch lernen, als ihre Mutter sie notgedrungen zwei mysteriösen Mentorinnen anvertraut: Kati und Nadia (Rebecca Viitala und Manuela Bosco) löschen Didis Vergangenheit aus, verbrennen ihre Habseligkeiten, geben ihr eine neue Identität und weisen sie vor allem in ihr neues Leben als Nymphe ein.

Selbst der Orangensaft schmeckt besser

Und zwar so: "Hast du gemerkt, wie merkwürdig Männer dich ansehen?" Wie Bienen der Blütenstaub soll Didi sie den beiden zufolge anziehen. Aber ohne die Männer kann eine Nymphe nicht weiterleben. So ein Leben habe aber auch Vorteile: Man altere nicht, man nehme nicht zu, und alle Sinne würden geschärft, erklärt Nadia. Sogar der Orangensaft schmecke als Nymphe besser.

An sich klingt das Konzept der finnischen Fantasy-Serie Nymphs, die nun auf Sixx anläuft, schräg genug, um abzuschalten. Und tatsächlich stellt sich bei einigen Szenen der Fremdschämfaktor ein, etwa, wenn Nadia Didi auf übertrieben liebevolle Weise erklärt: "Männer haben Kriege für uns gewonnen und Welten erobert" oder die kühle Kati ihr am Süßigkeiten-Automat zur Beruhigung einen Schokoriegel entgegenhält und mit finsterer Miene ankündigt: "Den wirst Du brauchen".

In ihrer Machart erinnert Nymphs sehr an die Hexenserie Charmed mit Shannen Doherty und Alyssa Milano: Drei junge Frauen mit übersinnlichen Fähigkeiten versuchen, den modernen Alltag zwischen Job, Liebe und Familie zu meistern. So weit, so bekannt.

Bleiben die Widersacher der Nymphen, die Satyrn. Auf ihnen und ihren Intrigen ruht in Nymphs die einzige Hoffnung. In der griechischen Mythologie halten sie Nymphen als Sklavinnen; in der Fernsehserie sind sie undurchsichtige junge Männer in glänzenden Anzügen. Aber ihr Anführer, der düstere Erik (Ilkka Villi), wirkt so skrupellos und zwielichtig, dass es abseits der monatlichen Partnersuche doch noch spannend werden könnte.

Doch zunächst muss Didi sich als Nymphe bewähren. Das führt zu einem skurrilen Anblick, wenn am Ende der zweiten Folge alle drei Nymphen zeitgleich Sex haben, anders können ja auch die beiden anderen nicht überleben. Alle drei Gespielen sind danach tot. Auf zum nächsten Höhepunkt.

Nymphs - Tod bei Vollmond, Sixx, diesen Donnerstag um 21.10 Uhr, danach immer um 22.05 Uhr.

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Quelle:
SZ vom 30.07.2015/cag
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