Fernsehen in NordkoreaKicken mit dem Klassenfeind

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Das Hinspiel der Playoff-Spiele in der Champions League zwischen Real Madrid und Manchester City (hier Kylian Mbappe, links, und Josko Gvardiol) war in Nordkorea kostenfrei zu sehen.
Das Hinspiel der Playoff-Spiele in der Champions League zwischen Real Madrid und Manchester City (hier Kylian Mbappe, links, und Josko Gvardiol) war in Nordkorea kostenfrei zu sehen. Michael Regan/Getty Images

Mit Kulturimport aus dem Westen hat es Nordkorea eigentlich nicht so – die Premier League und die Champions League laufen aber mittlerweile im Staatsfernsehen. Für umsonst, Lizenzgebühren zahlt man nicht.

Von Thomas Hahn, Tokio

Es ist jetzt auch schon wieder über zehn Jahre her, dass der italienische Rechtspolitiker und Pjöngjang-Liebhaber Antonio Razzi bekannt machte, dass Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un für den englischen Traditionsklub Manchester United schwärme. Razzi sagte damals, der Parteidiktator habe es ihm „in privaten Gesprächen“ selbst erzählt. Viele Medien haben die Aussage seither übernommen. Dass Kim Jong-un ManUnited-Fan sei, ist zu einem stehenden Nordkorea-Funfact geworden. Ob es stimmt? Wer weiß. Aber wenn es stimmt, müsste sich Kim eigentlich mal die Fernsehschaffenden des Staatssenders KCTV vorknöpfen. Denn so verzögert und unvollständig wie dieser über die Premier League berichtet, muss jeder nordkoreanische Vereinsfußballfreund verzweifeln.

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