Nikolaus Albrecht ist neuer "Freundin"-Chefredakteur Weniger Kochrezepte, mehr Lifestyle

Ein neuer Mann gegen den Auflagenschwund: Nikolaus Albrecht wird Chefredakteur der Frauenzeitschrift "Freundin". Er soll das Magazin für eine jüngere Zielgruppe attraktiver machen. Dabei ist die "Freundin" nicht das einzige Projekt, das er für den Burda-Verlag auf dem Zettel hat.

Von Katharina Riehl

In den Chefredaktionen des Münchner Verlagshauses Hubert Burda hat es in den vergangenen Monaten einige personelle Veränderungen gegeben: beim ostdeutschen Traditionstitel Super Illu, bei Fit for Fun und natürlich beim Focus, wo nach dem schnellen Abschied Wolfram Weimers im vergangenen Jahr nun von 2013 an Bild-Mann Jörg Quoos durch die schwierigen Zeiten helfen soll. Nun wird bei einem weiteren Titel ein neuer Chef dem Auflagenschwund entgegenwirken: Nikolaus Albrecht übernimmt im September die Chefredaktion des Frauenmagazins Freundin.

Das 1948 gegründete Heft ist neben Bunte Burdas wichtigster Titel in der weiblichen Zielgruppe, doch das 14-tägig erscheinende Magazin hat sich in den vergangenen Jahren schwergetan. Mit aktuell 412.616 Exemplaren gehört Freundin zwar nach wie vor zu den meistverkauften Frauenzeitschriften, aber der Auflagenrückgang ist dennoch bemerkenswert: Noch vor einem Jahr lag die verkaufte Auflage bei 501.781, 2001 bei 602.684. Darauf hat der Verlag nun offenbar reagiert.

Dass Burda für die Freundin Nikolaus Albrecht in den Verlag holt, lässt ahnen, welche Veränderungen man sich von dem sehr klassisch gemischten, mit Rezepten, Lebensberatung und Dekorationstipps oft auch etwas biederen Heft erwarten dürfte.

Albrecht, 43, leitete bei Condé Nast das erfolgreiche Magazin Glamour und die Entwicklungsredaktion der ebenfalls im Markt etablierten Myself. 2008 übernahm er von Ulf Poschardt den Chefposten bei der deutschen Vanity Fair bis diese 2009 an sich selber scheiterte. Bei der Freundin wird Albrecht wohl anstelle von Nutzwert- auf Lifestyle-Themen setzen und versuchen, das Blatt für jüngere Leserinnen, die ihre Kochrezepte vielleicht eher im Internet suchen, attraktiver zu machen.

Laut Burda ist die Freundin-Leserin im Schnitt 43,2 Jahre alt - ihre Kernzielgruppe aber sind Frauen zwischen 25 und 39. Für Leserinnen ab 45 gibt es seit 2010 den Ableger Freundin Donna, bislang werden beide Hefte von Chefredakteurin Ulrike Zeitlinger geleitet. Dass Zeitlinger künftig nur Freundin Donna verantworten soll, könnte helfen, die Titel unterscheidbarer zu machen.

Für Albrecht ist der Job bei Burda eine Art Rückkehr. Von Condé Nast wechselte er in die PR, später machte er sich selbständig - für Gruner + Jahr hat er so das Heft Season mitentwickelt. Burda hatte bereits kürzlich verkündet, mit dem selbständigen Albrecht zusammenzuarbeiten - er soll die nächste Ausgabe von Max betreuen, das Burda einmal pro Jahr mit wechselnden Redaktionsteams herausbringen will. Max jedenfalls dürfte für Albrecht das kleinere Projekt sein.