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Nicola Bauer im Gespräch:"Wir sind familiär sehr gut aufgestellt"

Nicola Bauer über People-Magazine, die harte Konkurrenz und eine leichte Nervosität vor Grazia.

W&V: Frau Bauer, seit Anfang des Jahres erscheint 'Life & Style' in größerem Format, es gibt eine neue Kommunikationslinie mit dem Claim "Lebe lieber bunter". Eine Reaktion auf den für den 11. Februar angekündigten Start von Grazia?

Nicola Bauer, Foto: oh

"Ein wenig Nervosität gehört auch dazu" - Nicola Bauer.

(Foto: Foto: oh)

Nicola Bauer: Nein, die Kampagne war bereits langfristig geplant und auch das neue Format wurde bereits im vergangenen Sommer in der Marktforschung überaus positiv getestet. Durch die opulente Optik, die durch das größere Format unterstützt wird, können die Fashion- und Beauty-Strecken jetzt noch sinnlicher präsentiert werden. Natürlich sind wir aber auf den Launch von Grazia gespannt. Ein wenig Nervosität gehört auch dazu, grundsätzlich denke ich aber, dass wir nichts zu befürchten haben, da die Hefte Life & Style und Grazia recht unterschiedlich positioniert sind.

W&V: Und wenn es doch Reibungspunkte gibt: Der Bauer Verlag ist ja bekannt dafür, dass er sehr schnell reagieren kann.

Bauer: "Grazia" ist in England ein sehr gut funktionierendes Blatt, es ist aber auch ein äußerst sportliches Projekt: jede Woche 134 Seiten! Und die inhaltliche Mischung aus ernsthaften, sozialkritischen News und den unterhaltenden Modethemen ist für die deutsche Leserin meiner Meinung nach recht gewöhnungsbedürftig.

Wie das Blatt langfristig im Markt ankommt, werden wir aber auch erst wissen, wenn Grazia den anvisierten Endpreis von zwei Euro erreicht. Dass "Grazia" nicht in jedem Land einfach zu etablieren ist, zeigt zum Beispiel der Launch in Frankreich, wo das Blatt immer wieder mit Preissenkungen arbeiten muss. Allgemein halte ich es für wenig sinnvoll, das hochwertige People-Segment durch Kampfpreis-Aktionen kaputt zu machen.

W & V: Die aktuellen IVW-Zahlen weisen für Life & Style knapp 145 000 verkaufte Exemplare aus. Sind Sie damit zufrieden?

Bauer: Ich finde, dass sich das Heft sehr gut entwickelt. Für mich ist es wichtig, jede Woche ein Heft abzugeben, das meinen Ansprüchen genügt. Aber ich glaube fest daran, dass da noch mehr geht, das gilt ebenso für InTouch. Obwohl ich mit der Performance von InTouch mehr als zufrieden bin Unsere InTouch-Auflage besteht fast zu 100 Prozent aus harter Währung - Einzelverkauf und Abo - , trotzdem ist es uns gelungen, die Gala im dritten Quartal im Gesamtverkauf zu überholen, obwohl deren Gesamtauflage zu einem großen Teil aus weicher Währung besteht. W&V: Bei Life & Style ist auch nicht alles harte Währung, der Anteil der Bordexemplare liegt bei gut 45.000 Exemplaren.

Bauer: Ich bekomme im Flugzeug einfach Leser, die das Heft zum ersten Mal wahrnehmen. Das ist bei jungen Titeln ein sinnvolles Tool, den Bekanntheitsgrad zu steigern. Wenn es ihnen gefällt, kaufen sie es sich wieder. Langfristig ist es aber immer das Ziel, wie bei allen Bauer-Titeln, die Sonderverkäufe zugunsten der harten Währung abzubauen. Bei InTouch hatten wir übrigens anfangs als Einführungsmaßnahme auch Bordexemplare. Die haben wir dann aber sukzessive reduziert. Und genau das machen wie auch mit Life & Style.

W & V: Die Brigitte verzichtet in ihrem Heft seit einigen Wochen auf professionelle Models.

Bauer: Wir machen das mit Bravo Girl schon seit einer Ewigkeit. Und wir haben auch bei Life & Style immer wieder die Leserin im Blatt. Ich finde das gut. Ich habe nichts davon, wenn ich der Leserin eine Welt zeige, die mit ihr nicht viel zu tun hat. Mit unserer einzigartigen Mischung aus Glam-Gossip und Highstreet-Fashion treffen wir genau in ihr Herz und inspirieren ihre Welt durch den Look und das Leben der Stars.

W & V: Sie sind Chefredakteurin von Life & Style, Ihre Schwester Mirja ist Herausgeberin. Wie können wir uns denn die Zusammenarbeit vorstellen?

Bauer: Life & Style ist das erste wöchentliche Fashion- & People-Magazin, entsprechend ergänzen sich meine Schwester und ich äußerst gut. Mirja verfügt über eine sehr hohe Modekompetenz, also kümmert sie sich hauptsächlich um diesen Bereich, während ich eher für das Ressort "People" stehe. Das klappt in der Regel sehr gut, manchmal, wenn wir uns über ein Layout oder eine Story nicht einig sind, gibt es unter Schwestern natürlich durchaus auch mal hitzige Diskussionen. Dieses Engagement macht das Blatt aber nur besser.

W & V: Frau Bauer, Ihr Vater hat das Unternehmen kürzlich umstrukturiert. Sie wurden Mitgesellschafterin zweier neuer KGs. Wie sieht Ihr weiterer Weg im Bauer Verlag aus?

Bauer: Wir sind familiär sehr gut aufgestellt, weil wir alle unsere Stärken in den Verlag einbringen. Meine Schwestern und ich sind an das Unternehmen natürlich stark emotional gebunden und übernehmen auch dementsprechend Verantwortung. Ich bin journalistisch tätig und werde das auch weiterhin sein. Grundsätzlich arbeite ich da, wo ich gebraucht werde und ich mich gut einbringen kann.

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