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News-the-World-Affäre:Camerons Ex-Pressesprecher verhaftet

Er soll falsch ausgesagt haben: Andy Coulson wollte vor Gericht von illegalen Abhörpraktiken bei seiner früheren Zeitung "News of the World" nichts gewusst haben, obwohl er Chefredakteur des Boulevardblatts war. Jetzt zweifelt die schottische Staatsanwaltschaft an dieser Aussage und ließ den früheren Kommunikationschef des britischen Premiers David Cameron festnehmen.

Fall ins Bodenlose: Andy Coulson, früherer Kommunikationschef des britischen Premierministers David Cameron, ist unter Meineid-Verdacht festgenommen worden. Der 44-Jährige soll als Zeuge in einem Gerichtsverfahren im schottischen Glasgow im Dezember 2010 unter Eid eine Falschaussage geleistet haben, teilte die schottische Staatsanwaltschaft mit.

Festgenommen wegen des Verdachts des Meineids: Andy Coulson, der frühere Chefredakteur der Skandalzeitung News of the World und Ex-Kommunikationschef des britischen Premierministers David Cameron.

(Foto: AP)

Coulson ist derzeit in einem weiteren Verfahren auf Kaution auf freiem Fuß: Als früherer Chefredakteur der Zeitung News of the World soll er von Abhör- und anderen illegalen Recherchemethoden bei dem mittlerweile eingestellten Blatt gewusst haben. Scotland Yard hat ihn deshalb im Visier.

In dem jetzt wieder aktuell gewordenen Fall geht es um den Politiker Tommy Sheridan. Dieser hatte die britische Zeitungsholding News International, die zum Medienkonzern von Rupert Murdoch gehört, wegen Verleumdung verklagt und 2006 zunächst recht bekommen. Im Dezember 2010 wurde er dann aber wegen Meineids zu einer Haftstrafe verurteilt - in diesem Prozess war auch Coulson als Zeuge geladen gewesen.

Coulson - damals als Kommunikationschef von Cameron im Amt - hatte 2010 vor dem schottischen Gericht gesagt, er habe während seiner Zeit beim Murdoch-Blatt News of the World nichts von illegalen Aktivitäten von Journalisten gewusst. Auch hatte er gesagt, es habe bei der Boulevardzeitung keine "Kultur des Telefon-Hackings" gegeben.

Der Senkrechtstarter Coulson gehört zu den Schlüsselfiguren im britischen Medienskandal. Er war 2007 als Chefredakteur von "News of the World" zurückgetreten, nachdem ein Reporter und ein Privatdetektiv wegen Abhören von Telefon-Anrufbeantwortern von Mitgliedern der britischen Königsfamilie verurteilt worden waren.

Wenige Monate später stellte Cameron ihn als Kommunikationschef seiner konservativen Partei ein. Er wurde Regierungssprecher, gab seinen Posten aber im Januar 2011 wegen wachsender Kritik auf.