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New York: Auszeichnungen für Journalisten:Online-Publikation gewinnt Pulitzer-Preis

Sie gehören zu den wichtigsten Preisen der Welt, auch wenn die Geehrten oft kaum einer kennt. In New York sind die Träger der Pulitzer-Preise bekanntgegeben worden. Wichtigster Gewinner: der investigative Journalismus.

In New York sind am Montag die diesjährigen Gewinner der Pulitzer-Preise bekanntgegeben worden. Für Aufsehen sorgte zum wiederholten Mal die Online-Publikation ProPublica, die wie schon im Vorjahr ausgezeichnet wurde. Die gemeinnützige Nachrichtenorganisation wurde für einen Artikel über fragwürdige Praktiken an der Wall Street geehrt. ProPublica war im vergangenen Jahr das erste Online-Medium, das einen Pulitzer-Preis verliehen bekam.

Aufregung in der Redaktion von "ProPublica": die Online-Publikation hat zum zweiten mal in Folge den Pulitzer-Preis gewonnen.

(Foto: AP)

Der Preis in der Königskategorie "Dienst an der Öffentlichkeit" für die Aufdeckung eines Korruptionsskandals im Städtchen Bell in Kalifornien ging an die Los Angeles Times. Dort hatten sich Offizielle der Stadt an Steuergeldern bedient und sich gegenseitig enorme Gehälter ausgezahlt. Die Berichte der Zeitung gipfelten in Festnahmen und politischen Reformen. Auch eine Fotoreportage über Opfer von Bandenkriegen brachte der Zeitung aus Los Angeles einen der 14 begehrten Journalistenpreise ein.

Der ebenfalls hoch angesehene Preis in der Kategorie investigativer Journalismus ging an eine Journalistin des Sarasota-Herald Tribune, die zweifelhafte Praktiken von Hausversicherern in Florida aufgedeckt hatte. Die erfolgsverwöhnte New York Times bekam zwei Preise. Einen für die Reportage zweier Moskau-Korrespondenten über das Justizsystem in Russland und einen weiteren für die Kommentare über die Haushaltskrise in den USA.

Im Bereich Literatur ging der begehrteste Preis an die New Yorkerin Jennifer Egan. Ihr Buch A Visit from the Goon Squad, das noch nicht in Deutschland erschienen ist, sei eine "originelle Untersuchung des Erwachsen- und Altwerdens im digitalen Zeitalter", hieß es von der Jury. Das beste Sachbuch war nach Ansicht der Jury The Emperor of All Maladies: A Biography of Cancer von Siddhartha Mukherjee. Der in Indien geborene Arzt habe mit dem Buch eine gelungene Untersuchung über eine heimtückische Krankheit vorgelegt, die trotz aller Fortschritte noch immer die Medizin beherrscht.

Auch andere Kunstformen berücksichtigt der seit 1917 vergebene Preis. So wurde Kay Ryan im Bereich Poesie für The Best of It: New and Selected Poems ausgezeichnet. Der 1953 in Peking geborene Zhou Long bekam einen Preis für seine Oper Madame White Snake. Der Preis für das beste Drama ging an Bruce Norris für Clybourne Park.

Mit den Pulitzer-Preisen wird jedes Jahr vor allem der aufdeckende Journalismus der großen amerikanischen Zeitungen geehrt. Daneben werden traditionell Bücher, Musik und Theaterstücke ausgezeichnet. Die in 21 Kategorien mit jeweils 10.000 Dollar (7000 Euro) dotierten Preise, benannt nach dem Verleger Joseph Pulitzer (1847 bis 1911), sollen im Mai vergeben werden.

© sueddeutsche.de/dpa/rtr/feko

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