Neues "Anstalt"-Duo Uthoff und Wagner "Zu viele Ideen für zu wenig Zeit"

Wegkommen von der Tagesaktualität: Das neue "Anstalt"-Duo Claus von Wagner (links) und Max Uthoff.

Kurz vor ihrem Start als neues "Anstalt"-Duo geht es bei Max Uthoff und Claus von Wagner chaotisch zu. Sie treten in große Fußstapfen - wollen aber einiges am Konzept ändern.

Von Thomas Becker

Beim Kaffee sind sie sich noch nicht einig. "Der ist gerne mal ein bisschen über dem Limit", gibt Max Uthoff zu, während Kollege Claus von Wagner gequält die Augen verdreht. Wenn dann auch noch die Maxi-Tafel Schokolade ausgeht, droht massiver Konzentrationsabfall im ersten Stock der Mohr-Villa im Münchner Stadtteil Freimann. Den aktuellen Gemütszustand des Duos beschreibt Wagner so: "Wir haben zu viele Ideen für zu wenig Zeit. Ein wirrer, chaotischer Zustand, aber nicht der schlechteste. Es kann alles passieren."

Am 4. Februar um 22.15 Uhr werden die beiden 45 Minuten lang die ZDF-Sendung Die Anstalt bestreiten, als Nachfolger von Urban Priol und Frank-Markus Barwasser, die im Herbst nach erfolgreichen Jahren aufgehört haben.

Natürlich gebe es Erwartungshaltungen und Menschen, die die Latte hoch legen, meint Wagner: "Wir legen die Latte an den Text. Quoten sind ja auch nur Momentaufnahmen. Der verzweifelte Versuch, Qualität in Quantität zu bemessen." Schon klar, aber die alten Kritiken zur Premiere von Neues aus der Anstalt hat er dennoch nachgelesen.

Seit zwei Wochen brüten die beiden im Münchner Norden mit dem Ex-Kabarettisten Dietrich Krauß über ihrem Konzept. Grundsätzlich wollen sie "ein bisschen wegkommen von der Tagesaktualität", sagt Uthoff, "Monothematik wäre übertrieben, aber wenn uns ein Thema wichtig erscheint, wollen wir das aus mehreren Perspektiven beleuchten. Und dafür lieber drei, vier Aktualitäten, die hektisch durch die Nachrichten getrieben werden, weglassen."

Die Vorgänger kommen bestimmt mal als Gäste

Künftig soll sich nicht mehr Solo an Solo reihen, sondern der Versuch unternommen werden, "die Gäste in die Nummern, die wir schreiben, einzubauen, sie eine Rolle spielen zu lassen", erklärt Wagner.

Aufgezeichnet wird wie zuvor im Schwabinger Arri-Studio, sagt Uthoff, doch dass es anders werde als mit Georg Schramm, Priol oder Barwasser, sei klar. Es mache auch keinen Sinn, so was zu kopieren. Die Vorgänger drücken "moralisch die Daumen" (Uthoff), werden bestimmt mal als Gäste kommen, "aber sicher nicht am Anfang. Sie sagten: Macht erst mal! Schwimmt euch frei!"