Neuer BR-Intendant tritt seinen Posten an Wachablöse in München

Ulrich Wilhelm, ehemals Sprecher der Regierung und währenddessen einer der engsten Vertrauten der Bundeskanzlerin Angela Merkel, leitet von nun an den Bayerischen Rundfunk.

Der frühere Sprecher der Bundesregierung, Ulrich Wilhelm, tritt am heutigen Dienstag sein neues Amt als Intendant des Bayerischen Rundfunks (BR) an.

Ulrich Wilhelm, ehemals Sprecher der Bundesregierung, übernimmt den Posten von Thomas Gruber als Intendant des Bayerischen Rundfunks.

(Foto: dapd)

Der 49-Jährige hat bereits Pläne für den Sender: Marktanteil und "Wertschätzung bei den Menschen" sollen erhöht werden, erklärte er. Dies werde "Kraft kosten und viel konzeptionelle Arbeit erfordern".

Mit 40 Mitgliedern des BR-Rundfunkrates hatten im Mai vergangenen Jahres 90 Prozent des Gremiums für Wilhelm gestimmt - somit stand fest, dass er Nachfolger von Thomas Gruber wird. Seine Amtszeit beträgt fünf Jahre.

Bei Grubers Abschiedsfeier am vergangenen Donnerstag sagte Wilhelm, der Bayerische Rundfunk stehe "hervorragend da im Wettbewerb". Er betonte zugleich: "Die Unabhängigkeit der Berichterstattung, für mich eine zentrale Verpflichtung, ist das Fundament unserer Glaubwürdigkeit."

Wilhelm knüpfte während seiner Ausbildung an der Deutschen Journalistenschule in München erste Kontakte zum BR. Der gelernte Jurist war mehrere Jahre lang Sprecher des früheren bayerischen Ministerpräsidenten Stoiber, bevor er Anfang 2004 Amtschef im Wissenschaftsministerium des Freistaats wurde.

Im November 2005 holte Bundeskanzlerin Merkel Wilhelm nach Berlin. Er wurde Chef des Presse- und Informationsamtes der Bundesregierung sowie Regierungssprecher im Rang eines Staatssekretärs. Nun leitet er die viertgrößte ARD-Anstalt und deren 3000 feste und 1500 freie Mitarbeiter.