Tanken - mehr als Super (ZDF-Mediathek)

Würde Nesrin unter dem Hashtag #metwo von ihrem Besuch an der Tankstelle berichten - volltanken, Zapfsäule zwei -, sie hätte viel zu erzählen. Von Kommentaren an der Kasse, dass sie dorthin zurückgehen solle, wo sie hergekommen ist. Ob das Kopftuch beim Autofahren nicht störe, der eingeschränkten Sicht wegen? Und natürlich von ihrem Konter: "Nicht mehr als Ihr Brett vorm Kopf." Die Sitcom "Tanken - mehr als Super" für ZDFneo grätscht gerade zu einem ganz speziellen Zeitpunkt in die aktuelle Debatte zu Rassismus im Alltag. In den sozialen Netzwerken teilen Menschen mit Migrationshintergrund millionenfach erschreckende, beschämende, berührende Erfahrungen. Erfahrungen wie die von Nersin (Sara Fazilat) an der Tanke. Allerdings greift die erste Folge der Sitcom sie nicht intelligent-entlarvend auf, sondern als ziemlich flache, ziemlich erwartbare Schenkelklopfer. Kann man da wirklich drüber lachen? Zu diesem Zeitpunkt noch viel weniger als zu jedem anderen.

Lesen Sie hier die vollständige Rezension von Runa Behr.

Bild: Marion von der Mehden/ZDF 1. August 2018, 05:102018-08-01 05:10:28 © SZ.de/khil/stein