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Neue Serie:Mord mit Puppe

Solides Frösteln: ZDF neo zeigt die belgische Krimi-Reihe "Coppers" - Neuland betritt das Fernsehen damit nicht.

Oberfranken, Niederbayern, Rosenheim, Waterkant, Berlin, Dänemark, Großbritannien, Schweden - zwischen Vorabend und Mitternacht ist die deutsche TV-Krimilandschaft reich an Provinzen und Regionen quer durch Europa. Jetzt kommt noch Belgien dazu. ZDF Neo zeigt die erste Staffel von Coppers, einer Serie des flämischen Senders VTM, wo die 13 Folgen gerade erst von Januar bis März liefen; mit der deutschsprachigen Premiere ging es also schnell. Vorlage und Namensgeber sind die Romane des belgischen Autors Toni Coppers.

Die Episoden spielen in Antwerpen und Umgebung. Es gibt viel nasskaltes Wetter, kahle Bäume, hässliche Gewerbegebiete und einen grau-blauen Filter, wie man ihn von Skandinavien-Krimis kennt, und der einen zusätzlich frösteln lässt. Ein Journalist wird tot auf einem abgelegenen Gelände gefunden, erstickt mit einer Plastiktüte. Neben der Leiche liegt eine Stoffpuppe, eine Voodoo-Puppe, wie sich später herausstellt. Der 43-Jährige hatte kurz vor seinem Tod an einem Artikel über die Fleischindustrie gearbeitet. Da taucht ein weiteres Mordopfer auf, wieder mit Puppe.

Doch Liese Meerhout (Hilde de Maerdemaeker), die Leiterin der Antwerpener Mordkommission, ist mysteriöse Fälle gewohnt. Meerhout könnte einem Lehrbuch für TV-Kommissarinnen entstammen: alleinstehend, einsames Wohnhaus im Wald, arbeitswütig, Raucherin, schweigsam, oft kühl, aber stets in Sorge um den kränkelnden, ebenfalls alleinstehenden Vater. Dann ist da noch ein anonymer Erpresser, der sie mit einem schlimmen Ereignis aus ihrer Vergangenheit verfolgt. Zum Entspannen drischt Meerhout nachts auf ihr Schlagzeug ein.

Coppers

Vorlage und Namensgeber der belgischen Krimi-Serie sind die Romane des belgischen Autors Toni Coppers.

(Foto: Sofie Silbermann/ZDF)

Auch die Kollegen auf dem Revier haben ihre Eigenheiten, ihre Spleens und den in Thermoskannen getarnten Alkohol auf dem Schreibtisch. Und so wundert es nicht, dass die eigentliche Handlung hin und wieder in den Hintergrund treten muss angesichts der komplexen Figuren und der bisweilen künstlich anmutenden Reibereien, die nun mal Zeit und Raum benötigen. Die Mordfälle lösen sich in den knappen 50 Filmminuten daher recht schnell und leicht. Solide düstere Krimi-Unterhaltung ist das, aber nicht wirklich europäisches Neuland.

Coppers, ZDF Neo, die ersten beiden Folgen um 23.10 und 24 Uhr.