Wenn er erzählt, er sei Redakteur des Magazins The New Yorker, bekommt er oft zu hören, er sei bestimmt ein „elitärer motherfucker“, berichtet Andrew Marantz. Dass er das Wort „élite“ dank des strengen Styleguide seines Arbeitgebers nur mit Accent aigu schreiben darf, ist für manche der Beweis, wieso es den New Yorker heutzutage nur noch als Sofatischdekoration benötigt. Das Magazin müsste es ziemlich schwer haben, wird doch vieles in diesen Zeiten ein bisschen dümmer. Die Künste und Universitäten werden zusammengespart, große Autoren werden auf Instagram „klassistisch“ genannt, weil sie lange, komplizierte Wörter benutzen. Selbst wer im Park ein Buch liest, muss sich neuerdings anhören, er wäre „performativ“ und wolle bloß Frauen anlocken.
DokuWeltbürger und Jutebeutelträger werden das lieben
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So romantisch kann Journalismus sein: Das Magazin „The New Yorker“ schenkt sich zum hundertsten Geburtstag eine Netflix-Dokumentation.
Von Thore Rausch

SZ Magazin Medien:„Viele unserer Probleme haben ihre Wurzeln in der technischen Beschleunigung von Bullshit“
Seit 26 Jahren leitet der Pulitzer-Preisträger David Remnick eine der erfolgreichsten Zeitschriften der Welt, den New Yorker. Ein Gespräch über die Zukunft des Journalismus in autoritären Zeiten.
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