Streaming-Dienst Netflix erhöht die Preise auch in Deutschland

Der Streaming-Dienst hat nach jüngsten Angaben 5,2 Millionen Nutzer in Deutschland

(Foto: imago/photothek)
  • Deutsche Netflix-Kunden müssen in Zukunft mehr bezahlen, je nach Abo wird es bis zu zwei Euro teurer.
  • Der Streaming-Dienst begründet den Schritt unter anderem mit den kostenintensiven Eigenproduktionen.

Der Streaming-Anbieter Netflix erhöht nun auch in Deutschland die Preise. Im Januar hatte Netflix bereits in den USA seine Abos preislich angehoben, nun trifft es in Europa neben Deutschland auch die Schweiz, Österreich und Liechtenstein.

Betroffen sind zwei der drei Abo-Varianten: Die mittlere Tarifstufe, in der man die Videos in HD-Auflösung auf zwei verschiedenen Geräten streamen kann, steigt um einen Euro von 10,99 auf 11,99 Euro pro Monat. Die teuerste Abovariante, bei der man gleichzeitig vier Geräte nutzen kann, wird zwei Euro teurer und kostet zukünftig nicht mehr 13,99, sondern 15,99 Euro. Die Preiserhöhung betrifft Neukunden ab sofort, Nutzer, die bereits ein Abo besitzen zum nächsten Monat. Lediglich der Preis des günstigsten Angebots, der für die Nutzung eines einzigen Geräts ohne HD-Qualität gilt, bleibt unverändert.

Begründet wurden die Preiserhöhungen vor allem mit dem breiten Angebot an Eigenproduktionen, für die der Streaming-Dienst viel Geld ausgibt. Trotz des offiziellen Gewinns verzeichnete Netflix im Jahr 2018 insgesamt einen negativen Cashflow von drei Milliarden Dollar. Auch 2019 dürfte es nicht viel besser aussehen.

Aber nicht nur die Eigenproduktionen sind teuer, auch für die Produktionen anderer Häuser gibt Netflix viel Geld aus. Die 90er-Sitcom "Friends", ein Publikumsliebling, kostete den Streamingdienst zuletzt etwa 100 Millionen Dollar. Um der Konkurrenz standhalten zu können, wird Netflix aber weiter investieren - denn Konkurrenzangebote gibt es zur Genüge. Erst Ende März stellte Apple seinen neuen Streaming-Dienst AppleTV+ in den USA vor.

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