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Jeff Bezos:"National Enquirer" weist Erpressungsvorwurf zurück

Jeff Bezos hatte private Ermittlungen eingeleitet, um herauszufinden, wer intime Fotos und Textnachrichten an den National Enquirer weitergegeben hat.

(Foto: Jim Watson/AFP)
  • Amazon-Chef Jeff Bezos wirft dem Boulevardblatt National Enquirer vor, ihn mit intimen Fotos erpresst zu haben.
  • Ein Anwalt des Enquirer-Mutterkonzerns ABC widerspricht. Es habe sich um eine "legitime Verhandlung" gehandelt.
  • Jeff Bezos vermutet einen politischen Hintergrund hinter der mutmaßlichen Erpressung.

Das US-Boulevardblatt National Enquirer hat den Vorwurf der Erpressung von Amazon-Chef Jeff Bezos zurückgewiesen. Der Anwalt der Zeitung nennt den Vorgang eine "legitime Verhandlung". Er sagte dem US-Sender ABC am Sonntag: "Es ist absolut keine Erpressung."

Jeff Bezos hatte am Donnerstag das Boulevardblatt beschuldigt, ihn mit intimen Fotos erpressen zu wollen. Der Enquirer hatte nach dem Ehe-Aus von Bezos private Textnachrichten veröffentlicht, die der Unternehmer mit seiner Geliebten Lauren Sanchez ausgetauscht haben soll. Bezos hatte deshalb Privatermittler auf den National Enquirer angesetzt. Daraufhin habe die Enquirer-Mutterfirma American Media Inc (AMI) ihm gedroht, private Fotos zu veröffentlichen, sollte Bezos seine Nachforschungen nicht einstellen.

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Bezos vermutet eine politische Motivation. AMI-Chef David Pecker ist ein langjähriger Vertrauter des US-Präsidenten Donald Trump. Bezos besitzt die us-amerikanische Zeitung Washington Post, die oft kritisch über Trump berichtet. "Zudem ist es in manchen Kreisen unpopulär, dass die Post so unnachgiebig über den Mord an ihrem Kolumnisten Jamal Khashoggi berichtet", schrieb Bezos auf der Online-Plattform Medium. Die Post geht davon aus, dass der saudische Kronprinz Mohammed Bin Salman dessen Ermordung angeordnet hat. Mit Bin Salman unterhält AMI enge Geschäftsbeziehungen.

AMI-Anwalt Elkan Abramowitz widersprach den Vorwürfen in einem Interview mit dem Nachrichtensender ABC News. Sowohl Bezos als auch AMI hätten ein Interesse daran gehabt, ihre "Differenzen" beizulegen. "Bezos wollte nicht, dass eine andere Geschichte über ihn geschrieben wird oder diese Fotos veröffentlicht werden. AMI wollte nicht die Verleumdung gegen sich, vom Weißen Haus, von Saudi-Arabien oder von der Washington Post beeinflusst worden zu sein", sagte Abramowitz.

Wer dem Enquirer die veröffentlichten privaten Textnachrichten und Fotos zugespielt habe, wollte der Anwalt dem Sender nicht sagen. Es handle sich um eine "verlässliche Quelle", mit der das Blatt schon seit sieben Jahren zusammenarbeite.

Laut der US-Nachrichtenseite The Daily Beast soll der Bruder von Bezos neuer Freundin Lauren Sanchez die Bilder dem Enquirer zugespielt haben. Das berichtet The Daily Beast unter Berufung auf mehrere Quellen innerhalb des AMI-Verlags. Eine weitere Quelle außerhalb des Verlags habe das bestätigt. Michael Sanchez bestritt den Vorwurf.

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