Nachruf Otto KöhlerDie lieben Kollegen

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Seinen Furor verlor er nie, seine langen Haare auch nicht: Otto Köhler, hier 2015 bei der Rosa- Luxemburg-Konferenz der Tageszeitung „Junge Welt“.
Seinen Furor verlor er nie, seine langen Haare auch nicht: Otto Köhler, hier 2015 bei der Rosa- Luxemburg-Konferenz der Tageszeitung „Junge Welt“. Imago/Christian Ditsch

Otto Köhler war beim „Spiegel“ der erste Medienjournalist in der Bundesrepublik. Nichts entging ihm – auch nicht die Nazi-Vorgeschichte vieler Journalisten. Jetzt ist der große linke Aufklärer im Alter von 91 Jahren gestorben.

Von Willi Winkler

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Das Kriegsende 1945 erlebte der zehnjährige Otto Köhler nicht als Befreiung, sondern als Katastrophe. „Ich schwärmte für Adolf Hitler“, wie er anders als andere Kinder des „Dritten Reichs“ ohne Weiteres zugab. Genährt mit der „Kriegsbibliothek der deutschen Jugend“, in der nicht wenige der in den Nachkriegsjahrzehnten tonangebenden Journalisten wehrkraftertüchtigend wirkten, wollte er selbst in den Krieg ziehen und lange nicht glauben, dass sein Führer tot war. Als Student las er den Spiegel, und der gewann ihn für die Demokratie.

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