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Nachlese zum Polizeiruf "Wendemanöver":Auch Kommissare wollen Liebe

Wendemanöver Polizeiruf Magdeburg Rostock

Alt geworden: Jochen Drexler trifft auf seinen alten Bekannten Ferdinand Frey.

(Foto: NDR/Christine Schroeder)

Im Auftakt zur "Polizeiruf"-Doppelfolge sucht Bukow sich selbst - und wird ausgeknockt. Aber er ist nicht der einzige Kommissar mit Bedürfnissen. Die Nachlese mit den besten Zuschauerkommentaren.

Darum geht es:

Erstmals ermitteln beim Polizeiruf zwei Teams gemeinsam. In Magdeburg finden Brasch und Drexler eine ausgebrannte Fabrik inklusive Frauenleiche; in Rostock entdeckt das Team um Katrin König die Leiche eines Wirtschaftsprüfers. Langsam erkennen die Ermittler, dass die beiden Fälle zusammenhängen. Während Katrin König und Doreen Brasch Verdächtige verhören und in Akten stöbern, scheren die männlichen Ermittler aus. Jochen Drexler kennt einen Verdächtigen von früher - und das auffallend gut - und Sascha Bukow mischt sich trotz Suspendierung in die Ermittlungen ein. Plötzlich hängt der Kommissar selbst mit drin.

Hier lesen Sie die SZ-Rezension zum Film:

Polizeiruf 110 Wie kommt Bukow da wieder raus?
TV-Kritik
Polizeiruf "Wendemanöver"

Wie kommt Bukow da wieder raus?

Magdeburg und Rostock ermitteln gemeinsam. Auch wenn sich die Auftaktfolge zieht, schafft sie doch skurrile Momente und ein packendes Finale.   Von Carolin Gasteiger

Bester Dialog:

Drexlers früherer Kollege Ferdinand Frey steht im Verdacht, etwas mit dem Brand in der Richter GmbH zu tun zu haben. Drexler sucht Frey in dessen Haus (während der sich vor dem Kommissar versteckt) und passt seinen alten Bekannten später in einem Einkaufszentrum ab.

Frey: Jochen, irgendwie glaube ich gerade nicht an Zufall.

Drexler: Hallo Ferdinand.

Frey: Du bist alt geworden. Aber das steht Dir. Pause. Und? Wie geht's deiner Fraauuuuu?

Drexler: Gut - soweit ich weiß.

Die besten Zuschauerkommentare:

Die beste Szene:

Heiko Steiner ist kurz davor, dem suspendierten Bukow in dessen Auto einen Namen zu nennen. Da blitzt es auf. Durch die Autoscheibe fährt eine Hand, ein Elektroschocker setzt den Kommissar außer Gefecht. Kurz darauf fallen Schüsse und Steiners Kopf hängt leblos auf dem Beifahrersitz. Bukow verliert das Bewusstsein.

Top:

Es hätte gut sein können, dass es knallt, wenn zwei Charakterköpfe wie Bukow und Drexler aufeinanderprallen. Aber Eoin Moore zeigt, dass das gar nicht sein muss. Ohne große Aufregung führt der Regisseur die unterschiedlichen Ermittlerteams zusammen. Nicht ohne den einzelnen Figuren, jeder auf deren eigene Art, genügend Raum zu geben.

Flop:

Die beiden Polizeiruf-Teile von "Wendemanöver" bauen aufeinander auf - und so müssen die Zuschauer eine Woche auf die Fortsetzung warten. Ob sie dabei die komplexen Handlungsstränge im Kopf behalten, bleibt abzuwarten.

Bester Auftritt:

In seinem letzten Fall spielt Sylvester Groth seinen Kommissar Drexler nochmal in allen kauzigen Facetten. Seine Mimik ist minimal, sein Verstand aber messerscharf - und dann wird ihm noch eine Liebesszene gegönnt. Bedauernswert, dass die ARD-Krimis nach Joachim Król beim Tatort nun auch Groth beim Polizeiruf verlieren - und damit einen der seltenen eigenwilligen, schrulligen Charaktere.

Die Erkenntnis:

Der Juniorunternehmer versucht, seinem Vater zu imponieren. Pöschel will Kommissarin Brasch rumkriegen, Kommissarin König findet an einem Verdächtigen Gefallen und Bukow sucht immer noch sich selbst. Jeder will in diesem Fall geliebt werden.

Die Schlusspointe:

Ist zugleich die beste Szene. Ein packendes Finale, das mit einen schlichten "Fortsetzung folgt" auf Teil zwei von "Wendemanöver" verweist.