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Nach Panne bei "Quizduell":Pilawas zweite Chance

Jörg Pilawa ARD  'Quizduell'

Nicht zu beneiden: Quizduell-Moderator Jörg Pilawa.

(Foto: dpa)

Ausgabe eins der TV-gewordenen App "Quizduell" war ein Desaster. Trotz gelassener Verantwortlicher ist nicht mal klar, ob die technischen Probleme bis heute Abend behoben werden können. Da soll die Show bereits weitergehen.

Wer etwas Neues versucht, kann scheitern. Die ARD ist gestern Abend mit ihrem Versuch, die App Quizduell ins Fernsehen zu holen, sogar recht kolossal gescheitert. Die Server brachen während der gleichnamigen Sendung zusammen, laut ARD wegens eines Hackerangriffs, und auch im Studio reihte sich Kuriosität an Kuriosität - nachzulesen im Minutenprotokoll von Ausgabe eins:

Später am Abend sah sich Frank Beckmann, Koordinator Vorabend und Programmdirektor Fernsehen NDR, zu folgendem Statement genötigt:

"Wir arbeiten daran, erstmals eine App live ins Fernsehen zu bringen. Bei der Premiere hat es nicht funktioniert - aber dank eines großartigen Jörg Pilawa war es ein höchst unterhaltsames Fernseh-Experiment. Derzeit läuft die Ursachenforschung auf Hochtouren."

Heißt im Klartext: Wir schauen nach vorn und probieren es weiter. Warum eigentlich auch nicht? So viel Häme, wie den Verantwortlichen am Montagabend aus den sozialen Netzwerken entgegenkam, haben sie für ihre mutige Entscheidung, solch ein Format überhaupt auszuprobieren, definitiv nicht verdient. Selbst wenn Jörg Pilawa ansonsten meist den Esprit eines Kastenbrotes versprüht - durch diese völlig verkorkste Sendung hat er sich und sein Publikum überraschend charmant manövriert.

Pilawa bleibt gelassen

"Wenn das meine erste Sendung vor 20 Jahren gewesen wäre, hätte ich mir damals einen anderen Beruf gesucht. Inzwischen bin ich entspannt", sagt der Moderator zur Bild-Zeitung. Derzeit wisse man auch nicht, ob das Problem zeitnah in den Griff zu bekommen sei. Nächster planmäßiger Sendetermin ist Dienstagabend von 18 bis 18:50 Uhr.

Aber auch falls wieder Dinge schiefgehen sollten, Pilawa will locker bleiben: "Sonst gibt es wieder eine Quizduell-Ausgabe unplugged - oder wieder Verbotene Liebe. Man muss das mit Humor sehen. Es wäre doch lustig, wenn dieser Hacker in Wirklichkeit der Vorsitzende des Verbotene Liebe-Fanclubs wäre." Tolle Einstellung für einen Mann, der am Vorabend vor Hunderttausenden Zuschauern von einer Sekunde auf die andere auf sich allein gestellt war.

Denn wenn auch sonst wenig gestimmt hat, die Quote war aus Sicht der ARD halbwegs ordentlich. Eine Gesamtzuschauerzahl von 1,61 Millionen entspricht einem Marktanteil von 9,1 Prozent, die Soap Verbotene Liebe, auf deren Sendeplatz das Quizduell nun drei Wochen lang gezeigt wird, hatte im Jahresverlauf 2014 Marktanteile um die sieben Prozent geholt. Beim jungen Publikum, wie die Zuseher im Alter von 14 bis 49 Jahren von TV-Machern bezeichnet werden, schalteten etwa 360.000 Menschen das Quizduell ein, ein für ARD-Verhältnisse solider Marktanteil von 6,1 Prozent.

Mal sehen, wie sich das Desaster von Ausgabe eins auf das weitere Zuschauerinteresse auswirkt. Heute Abend jedenfalls soll es wieder heißen: "Du bist dran."

Update: Wie das Portal heise.de berichtet, hat die ARD bei Quizduell zusätzlich zu den ohnehin schon vorhandenen Problemen auch noch mit einem Datenleck zu kämpfen. So sei es bei einem Test am Montagnachmittag möglich gewesen, auf Klarnamen und sogar E-Mail-Adressen von 50.000 für das Spiel angemeldeten Nutzern zuzugreifen. Vonseiten der ARD heißt es, es werde daran gearbeitet, die Probleme in den Griff zu bekommen.

© SZ.de/cag/lala

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