Musik-TV-Moderatoren – Heike Makatsch: Die Vorzeige-Blondine

Wer war sie?

Als Heike Makatsch 1993 zu Viva kam, sollte dort alles möglichst schrill und qietschig sein. Makatsch tat dem Sender den Gefallen, rollte die riesigen Augen und qietschte brav. Allerdings hatte die Tochter einer Grundschullehrerin und eines Eishockey-Nationaltorwarts damals schon ein Politik- und Geschichts-Studium abgebrochen und eine Schneiderlehre begonnen, also ein bisschen was zu erzählen und das Bewusstsein, nicht ewig Heikes Hausbesuche moderieren zu wollen. Die Medien feierten die Blondine als Mix aus putzigem kleinen Mädchen und vorlauter Omi, als die sie sich auch selbst inszenierte. Ein knappes Jahr lang war sie Moderatorin von Bravo TV (1996), 1997 wurde ihre Heike Makatsch Show auf RTL 2 nach kürzester Zeit abgesetzt - von da an wechselte sie ins Schauspielfach.

Was wurde aus ihr?

Im Gegensatz zu Nora Tschirner, die man gerne einfach drauflosplappern lässt, sieht das Publikum Heike Makatsch lieber beim Schauspielen zu. 1996 ergatterte sie mit Männerpension gleich den Bayerischen Filmpreis als beste Nachwuchsschauspielerin, es folgten Bin ich schön? (1998), Nackt (2002), Resident Evil, Anatomie 2 und eine achtjährige Beziehung zu Daniel Craig, bevor er zu Bond mutierte. Inzwischen ist Heike Makatsch 39 Jahre alt, mit Max Schröder von der Band Tomte liiert, hat zwei Töchter und spielt nun eher Charakterrollen wie Margarette Steiff (2005) und Hildegard Knef (2009). Trotzdem changiert sie weiterhin irgendwo zwischen Huih-Buh - das Schlossgespenst (2006) und Dr. Hope - Eine Frau gibt nicht auf (2010). 

Bild: DDP 15. Juni 2011, 11:392011-06-15 11:39:14 © sueddeutsche.de/rus/beitz/bgr/pak