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Moderatorin Sabine Heinrich:Frau Heinrichs Dilemma

Nach der Todsünden-Forschung steht schon das nächste Projekt an. Eine Talkshow im WDR Fernsehen. Immerhin nicht in der Sparte oder gar im Jugendkanal, wohin demnächst alles Frische abgeschoben werden soll, damit sich der öffentlich-rechtliche Mehltau in den Hauptprogrammen in Ruhe über alles legen kann. Wer aber braucht noch eine Talkshow? Eigentlich niemand. Frau Heinrich will es trotzdem versuchen. Sie will für das neue Projekt die Menschen heimsuchen. Dort, wo sie wohnen, wird geredet. Über was? Über alles. Vielleicht über Milchpreise.

Man kann mit Frau Heinrich sehr gut über Milchpreise reden. Da ist sie plötzlich überwach und erzählt unaufgefordert, was die Milch wo kostet. In Griechenland, in Italien und im Café. Und im Biomarkt und bei Aldi. Hat sie alles drauf. "Es interessiert mich wirklich", sagt sie und schaut so dringend, dass man gar nicht anders kann als ihr das abzunehmen.

"Wir können auch über die Arbeitsmarktreform der Schweden Anfang der 90er reden", schlägt sie vor. Tatsächlich, die will nicht nur spielen, die will was. "Ich könnte auch Europa retten", macht sie sich dann ein wenig über sich selbst lustig. Dann seufzt sie und sagt: "Ich weiß so viel, aber das wird nicht abgefragt." Besser kann man das Dilemma der Frau Heinrich wohl kaum beschreiben.

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