Bevor es gleich um die Frage geht, ob Journalismus zu viel wertet, zunächst dieser Gedankenanstoß: Muss man einen anderen Menschen mit eigenen Händen umbringen können, um im Leben ganz allgemein weich und verständnisvoll zu sein? Das Thema kam auf, weil auf der Homepage zu Ben Berndts 990 000-Abonnenten-erfolgreichem Videopodcast „Ungeskriptet“ (Platz eins unter den Interviewformaten in Deutschland) unter der Überschrift „Wer ist Ben?“ unter anderem zu lesen ist, er sei „ein undiszipliniertes, harmoniesüchtiges Weichei“ gewesen. Deshalb fing er an zu trainieren, „wurde Teil eines illegalen Underground Fight Clubs und lernte kämpfen. Ich zwang mich trotz intensiven Albträumen jeden Tag aufs Neue, mir von groben Straßenschlägern meine Grenzen aufzeigen zu lassen“.
JournalismusDer Wert der Wertung
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Die Journalistin Melanie Amann (früher Spiegel, heute Funke-Mediengruppe) hat ein neues Interviewformat: „Amann Unframed“.
youtube.com/funkenews/ben_ungeskriptetDer Erfolg von „Ben Ungeskriptet“ wirft die Frage auf: Macht der Journalismus etwas falsch, wenn er die Dinge stets einordnen will? Melanie Amanns Interview-Podcast „Unframed“ zeigt, warum das nicht so ist.
Von Jakob Biazza
