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"Meine Wahl - An einem Tisch mit Angela Merkel":Wer den Job besser macht als Merkel

Es liegt nicht an ihm, dass die Diskussion doch noch ansatzweise lebhaft wird. Sondern am Familienstand zweier Gäste. In Mathematiker Bill und der Autorin Beate Krafft-Schöning sitzen gleich zwei Elternteile mit jeweils vier Kindern am Tisch.

Krafft-Schöning hält Merkel sogleich das Betreuungsgeld als unsinnige Maßnahme vor. Für Frauen sei es noch immer unmöglich, Kinder und Karriere zu verbinden. Die finanzielle Unterstützung seitens des Staates sei viel zu gering.

Ein einziges Mal muss Merkel sich anstrengen, auch weil Krafft-Schöning immer wieder nachsetzt. Die Kanzlerin verweist auf den Kita-Ausbau, den ihre Regierung vorangetrieben habe. Ja, die CDU habe in der Familienpolitik in den achtziger Jahren einiges versäumt. "Jetzt müssen wir im Affenzahn aufholen, was wir ganz lange nicht gemacht haben." Aber Kinder bedeuteten nicht nur Kosten, sondern auch: "Freude". Außerdem achte sie bei ihren Beschäftigten im Kanzleramt darauf, dass Karriere und Kinder zu vereinbaren seien.

Daraufhin Krafft-Schöning: "Aber in der Realität geht das nicht!" Daraufhin Merkel: "Aber bei mir schon!"

TV-Duell Politik intensiv - auf allen Kanälen
TV-Sendungen vor der Bundestagswahl

Politik intensiv - auf allen Kanälen

Vor der Bundestagswahl reißen sich Parteien und Spitzenpolitiker um den Wähler - aber auch die Fernsehsender. Vor allem das junge Publikum scheint ihnen wichtig zu sein. Eine Auswahl der interessantesten Diskussionssendungen.

Es hätte ein interessanter Schlagabtausch werden können, aber der Mathematiker Bill geht dazwischen. Er hält die deutsche Gesellschaft generell für kinderfeindlich. Merkel verspricht ihm, nach der Wahl ein "Bündnis für Mehrkindfamilien" ins Leben zu rufen. Damit zeigt Bill sich zufrieden, fragt aber nach, wie der Bürger mit Politikern umzugehen habe, die ihre Versprechen nicht erfüllen.

Auf die Idee, solche Politiker nicht wiederzuwählen, bringt ihn leider niemand. Das heißt, Merkel deutet die Möglichkeit immerhin an. Auf die Frage von TV-Koch Rach, wer den Job der Kanzlerin besser erledigen könne als sie, sagt Merkel: "Im Moment fällt mir niemand ein. Aber darüber entscheidet der Wähler."