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"Mein gebrauchter Mann" im ZDF:40, verbittert, kinderlos, sucht ...

"Mein gebrauchter Mann" mit Christiane Paul

Fritz (Fritz Karl) hat schon einen Sohn in der Pubertät, Sophie (Christiane Paul) plant weiter.

(Foto: Marion von der Meheden/ZDF)

Antworten auf existenzielle Fragen? "Mein gebrauchter Mann" ist eine vorhersehbare Liebeskomödie - aber durchaus amüsant.

Ein egomaner Schriftsteller ist nicht der beste Arbeitspartner: "Ich habe den Charakter der Schwester geändert: eine erfolgreiche, kinderlose, verbitterte Vierzigjährige. Das macht die Figur unsympathischer", erläutert Schriftsteller Berler der Lektorin Sophie - selbst eine erfolgreiche, kinderlose und an schlechten Tagen auch verbitterte Vierzigjährige - und erklärt ihr im selben Atemzug, dass sie die Vorlage für die neue Figur ist. Sophie starrt ihn fassungslos an, hat er ihr das wirklich gerade so ins Gesicht gesagt? Aber dann unterdrückt sie ihre Wut und bleibt professionell. Sie müsse sehen, erklärt sie, wie man die Veränderungen im Manuskript einbauen kann.

Sophie ist die einzige kinderlose Frau in ihrem Verlag. Vom Chef wird sie immer dann gerufen, wenn eine der anderen Damen familienbedingt ausfällt, immerhin hat sie ja immer Zeit zu arbeiten, so ganz ohne Familie. Mein gebrauchter Mann mit Christiane Paul in der Hauptrolle, die erst vor Kurzem in dem Terroristen-Thriller Unterm Radar beeindruckt hat, schafft es also nicht, die Stereotypen über Karrierefrauen und ihre Familienplanungen aufzubrechen. Denn Sophie hätte natürlich eigentlich gerne Kinder gehabt, und als Fritz (Fritz Karl) in ihr Leben tritt, glaubt sie auch, den richtigen Vater für ihre Kinder gefunden zu haben. Der hat allerdings einen Sohn aus erster Ehe, einen pubertierenden Zwölfjährigen, da bleibt wenig Zeit für Sophie und eine neue Familie.

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Muss sich eine Frau ohne eigenes Baby rechtfertigen?

Was kann eine Frau tun, die mit 40 merkt, dass sie doch gerne ein Kind hätte? Wann ist man zu alt zum Kinderkriegen? Und kann sich eine schon so lange alleinlebende Frau in einer Patchwork-Familie zurechtfinden?

Solche Fragen wirft Mein gebrauchter Mann (Drehbuch: Nina Bohlmann; Regie: Lars Jessen) auf. Leider setzt er sich aber nicht wirklich mit ihnen auseinander, sondern bleibt eine sehr vorhersehbare Liebeskomödie. Wenn man den Film aber als das nimmt, was er ist, ist er sehr amüsant.

Der Gefahr, die Charaktere durch die klischeehafte Handlung zu Stereotypen verkommen zu lassen, setzt Regisseur Jessen sensibel gezeichnete Figuren entgegen. Vor allem, wenn Fritz mit seinem Sohn Vincent umgeht, oder Sophie unsicher ist, wie sie sich gegenüber Vincent verhalten soll. Völlig überfordert rennt sie zum Beispiel während eines Fußballspiels auf den Platz, um Vincent gegen einen foulenden Mitspieler zu verteidigen.

Der Schriftsteller Berler (Michael Prelle) ist zwar schwierig und kauzig, gibt Sophie aber in wichtigen Momenten gute Ratschläge, wie: "Werden Sie erwachsen, gehen Sie nach Hause und erwarten Sie ihn nackt auf dem Sofa . . . oder lassen Sie ihn in Ruhe." Und die Scheidungskinder im Film führen ein anstrengendes Leben, denn sie sind meistens unterwegs. Vincent fliegt nämlich, genauso wie Sophies Nichte, jedes Wochenende zwischen München und Hamburg hin und her, um Zeit mit seinem Vater verbringen zu können.

Die Stärken findet man in den Wortgefechten

Wie es sich für eine Liebeskomödie gehört, werden am Ende die Probleme natürlich irgendwie gelöst. Wenn die Stärken von Mein gebrauchter Mann also nicht in der Handlung zu finden sind, so findet man sie in den Wortgefechten, die sich Sophie mit dem alten kauzigen Berler liefert: "Dieser Egoismus bei gleichzeitiger Unzufriedenheit der kinderlosen Karrierefrauen ist faszinierend." "Was ist, wenn ich keine Kinder bekommen könnte? Wenn ich Gebärmutterkrebs gehabt hätte? Würden Sie dann auch so über mich reden?"

Mein gebrauchter Mann, ZDF, 20.15 Uhr.

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