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Branchenmagazin "Meedia":Krach in der Chefetage

"Meedia"-Verleger Timo Busch entlässt Chefredakteur Matthias Oden - während der Redaktionskonferenz.

Von Lisa Priller-Gebhardt

Zwischen Meedia-Verleger Timo Busch und seinem Chefredakteur Matthias Oden muss es schon länger geknirscht haben. Das Finale erfolgte dann am Montag Vormittag während der Redaktionskonferenz. Busch, der üblicherweise nicht an der Team-Besprechung teilnimmt, war zugeschaltet. Aus dem Umfeld ist zu hören, dass es zwischen den beiden über die Dauer der angepeilten Winterpause für das gedruckte Magazin zu einem heftigen Wortwechsel kam.

Zur Überraschung aller Anwesenden sagte Busch laut Teilnehmern, es reiche ihm jetzt - und feuerte Oden vor laufender Kamera. Busch bestätigt auf Anfrage der SZ: "Ja, ich habe in der Redaktionskonferenz die Chefredaktion übernommen." In der Mitteilung vom Dienstag ist folglich auch kein Wort des Dankes enthalten. "Wenn ich finde, dass die Ausrichtung eines Titels in eine andere Richtung läuft, als die, die ich strategisch leben möchte, dann muss ich einschreiten. Matthias Oden war nicht mehr der richtige Mann an der richtigen Stelle", so Busch weiter.

Dabei ist Oden nicht die einzige Führungskraft, die bei dem jungen Projekt - nur neun Monate nach dem Start - nicht mehr an Bord ist. Seine Kollegin Susanne Hübner, als Managing Director für den Part der Anzeigenvermarktung verantwortlich, hat bereits im Mai das Haus verlassen. Auch der Finanzchef ist schon wieder Geschichte: Im Februar trat Hans-Jörg Mellmann in die Geschäftsführung des Medienunternehmens Busch&Glatz ein. Laut seinem Xing-Profil ist er "offen für Projekte".

© SZ/tmh
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